Kein Kuss

 

 

Roman, circa 160 Seiten.

 

E-Book

 

Inhalt: 

Auf der einen Seite der berühmte Regisseur Angelotti, ein Besessener, der atemlos von Vergnügen zu Vergnügen rast, und bis ins höhere Alter sein Leben im prallen Erlebnisrausch verbraucht. Auf der anderen Seite: eine einsame alte Frau, deren Trost das Fernsehen ist. Es füllt ihr Zimmer mit Lebendigem, Stimmen, Schreien, Schluchzen, Jauchzen, mit beherrschbaren menschlichen Geräuschen, unaufdringlichem Leben, auch wenn die tausend schönen jungen Gesichter, die tausend blühenden jungen Körper in Talkshows und Filmen ihr suggerieren, sie gehöre zu einer Welt, von deren Hässlichkeit und Verfall kaum jemand etwas ahnt.

Was verbindet die beiden? Die Alte war mit Angelotti befreundet gewesen, als sie noch jung war. Angelotti war damals schon älter, hatte seinen Zenit überschritten, sowohl körperlich als auch beruflich. Nach ihrer kurzen, heftigen Affäre hatte Angelotti der jungen Frau noch regelmäßig Briefe geschrieben. In diesen Briefen beschreibt er seine immer bizarreren erotischen Ausschweifungen.

Die Alte tröstet sich nun mit dem Fernsehen und dem Lesen dieser alten Briefe. In ihrer Wohnung, die sie kaum mehr verlassen kann, gibt es sonst nichts Lebendiges. In den Briefen erfahren wir, auch Angelotti kämpft mit dem Alter. Neben den banalen äußeren Anzeichen beschreibt er die viel heimtückischeren, inneren Signale, den negativen Umschwung der Grundstimmung, die zunehmende Ängstlichkeit, das abnehmende Selbstvertrauen, die wachsende Sentimentalität, seine stärkere Zärtlichkeitssucht und zugleich seine wachsende Toleranz für Gewalt, besonders  seiner eigenen Person gegenüber: Seit ihm das Leben immer mehr Misserfolge bereitet, findet er zuweilen nur noch in Körperqualen Erleichterung. „Sollte meine Potenz so nachlassen, dass mein Glied überhaupt nicht mehr steif wird, töte ich mich“, schreibt er seiner Brief-Freundin.

Angelotti tat immer, was er wollte, überschritt alle Grenzen. Sein Leben war eine Bühne. Schafft er es, auch seinen Abgang lustvoll zu gestalten?

Die Alte nahm fraglos hin, wie ihr Leben immer ereignisloser und öder wurde. Was sagen ihr jetzt noch die amoralischen Briefe Angelottis, die ein „Viva la libertà“ eines modernen Don Giovanni herausschreien? Auch sie denkt an ihren Tod. Schwingt sie sich so spät noch zu einer letzten freien Entscheidung auf?

Kinosaal

 

Den Roman Kein Kuss habe ich in den Neunzigern geschrieben. Er wurde noch nicht publiziert. Der Protagonist, der römische Regisseur Angelotti, ist auch Protagonist in meinem Roman Der Regisseur: dort war er jung. Jetzt ist er alt. Und das Alter wird für diesen modernen Don Giovanni eine Herausforderung, die es mit einem Höllenfeuer auf sich nehmen kann. “Der Regisseur ist einzigartig unverblümt, provokant, brutal und hat das Zeug zum Bestseller”: Klaus Harpprecht, Tagesanzeiger. “Olivia Kleinknecht enthüllt triebhaften Hedonismus und männliche Omnipotenz als apokalyptischen Wahn”: Peter M. Hetzel, Focus. „In der Analyse einer sich selbst in den seelischen Ruin treibenden Spaßgesellschaft ähnelt Olivia Kleinknechts Werk dem des französischen Provokateurs Michel Houellebecq”: Ulrike Sarkany, NDR.

 

Leseprobe

 

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