Was für ein verfluchter Ort

DAS HAUS – Kriminalroman

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Erst kürzlich habe ich Euch Olivias Thriller Der Regisseur vorgestellt. Jetzt hat die gebürtige Stuttgarterin ihr nächstes Buch mit viel kriminalistischen Spürsinn und ganz im Sinne der häufig unterschätzten und schrulligen Amateur-Detektivin Miss Marple geschrieben.Es geht um ein Haus, das ein Gebäude voller winziger Mietwohnungen ist.

Mit dem Tod des Medizinstudenten Enis Al Agha nimmt das Unheil seinen Lauf. Einer um den anderen Mieter wird tot aufgefunden oder verschwindet spurlos. Die pensionierte Schneiderin Frau Rauhaar ist sich sicher, dass es nur einen einzigen Mörder gibt und dass dieser im Haus wohnt. Die Parapsychologin Nadja Knoll ist anderer Meinung: Das Haus sei womöglich ein Unglückshaus, ein verfluchter Ort, das Haus selbst sei sozusagen schuld an den grausigen Geschehnissen. Niemand erkennt ein klares Muster hinter den grausamen Fällen. Die Polizei ist ratlos. Bis sie rein zufällig auf eine bedeutende Spur stößt. Aber es ist vielleicht schon viel zu spät …

Olivia Monti

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DAS HAUS – Leseschnipsel

 

„Im Treppenhaus stinkt es höllisch!“

Ich schnupperte in die Luft. „Ich kann nichts riechen.“

„Es stinkt oben im vierten Stock.“

Ich fühlte mich gleich wieder schlecht. „Wir müssen Tom verständigen.“

„Er ist schon oben.“

Ich genierte mich nicht, dass ich noch meine Shorts und meine Bluse vom Vorabend trug und noch nicht geduscht hatte. Dies war eine Ausnahmesituation, und so folgte ich der Rauhaar in meinen verknautschten Sachen, Schlafkrümel in den Augenwinkeln, mit wirrem Haar, in den Aufzug. Obwohl alles schlimm genug war und noch etwas Schlimmeres bevorstehen konnte, beschäftigte mich nun doch einen Moment lang, ob ich irgendwie muffig und nach Schweiß roch. Es war stärker als ich selbst. Ich war da aber in nicht allzu schlechter Gesellschaft: Marie Antoinette wollte sich, bevor sie aufs Schafott stieg, sogar noch schminken.

Meine Befürchtung, schlecht zu riechen, erledigte sich, als uns gleich beim Aussteigen ein Gestank einhüllte, der alles überdeckte. Der Gestank war pestilenzialisch. Er fiel einen an, er war aggressiv. Es roch nach unzähligen faulen Eiern, hatte ich den Eindruck.

Tom stocherte im Schloss herum. Marina stand dicht neben ihm. Ihr Gesicht war weiß mit einem gefährlichen Stich ins Grüne.

Der Generalschlüssel nützte nichts, da Zimmermann noch ein zusätzliches Sicherheitsschloss angebracht hatte.

„Es riecht nach Leiche“: Die Rauhaar sprach dunkel aus, was wir alle dachten, aber nicht über die Lippen brachten.

 

 

Logline: 

Ist das Haus, in dem einer um den anderen Mieter den Tod findet, ein Unglückshaus oder ist ein Mörder am Werk, der ganz gezielt tötet?

 

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Die Sterbepille – Kriminalroman – Leseprobe

Synopsis

Nadja, Anna, Max und Fred leben in einer Alters-WG. Deutschland ist nur noch eine Scheindemokratie. Die regierende BP (Bürgerliche Partei) „löst“ das Rentenproblem, indem sie Rentnern und Pensionären schmackhaft macht, Sterbepillen zu schlucken. Zu dem Zweck lädt die Regierung zu Sterbeseminaren in luxuriöse Hotels ein. Unsere WG-Bewohner sind in hellem Aufruhr. Alle haben vom Gesundheitsministerium eine Einladung zum Sterbeseminar auf Fehmarn erhalten. Offiziell ist das Einnehmen der Sterbepille zwar freiwillig. Wie manche munkeln, kehrt aus den Sterbehotels aber niemand mehr zurück.

Leseprobe – Die Sterbepille – 50 S.

Spannung pur für kühle Winterabende

Interview. Die Hintergründe.

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Ciao Roma! Nicht nur Italienfans werden ihn lieben. Den neuen Thriller von Olivia Kleinknecht.

Olivia, warum haben Sie „Der Regisseur“ geschrieben?

Der Regisseur ist ein moderner Don Giovanni. Das Buch ist so strukturiert wie Da Pontes Libretto zu Mozarts Don Giovanni. Der Protagonist denkt, er kann und darf alles tun, wird immer übermütiger, überschreitet sogar die Grenze ins Verbrechen und dann geht auf einmal etwas und dann immer mehr schief. Die Situation gerät außer Kontrolle. Don Giovannis Untaten kommen heraus. Seine Opfer entdecken, dass er nicht nur ein Frauenverführer, ist, dem jede Lüge, jeder Betrug recht ist, sondern auch ein gemeiner Mörder. Don Giovanni wird bestraft, er brennt am Ende in den Feuern der Hölle. „Der Regisseur“ nimmt ein etwas moderneres, aber auch kein gutes Ende.

Was hat sie an Mozarts Don Giovanni fasziniert?

Was mich an Don Giovanni immens erstaunt hat: die Verführten, seine Opfer, weinen ihm noch nach…

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Zeitspur-Surfen

Ich bin in einer Stadt unterwegs und für Sekunden habe ich das Gefühl, ich ginge durch eine andere Zeit. Zwar bin ich noch am selben Ort, aber an dem Ort herrscht auf einmal so etwas wie eine Stimmung aus den fünfziger Jahren. Wie gesagt, das geht nur ein paar Sekunden, dann ist wieder die Jetztzeit da. Es ist als ob es nebeneinanderher beliebig viele Zeitspuren gäbe. Man kann sich die als Wege vorstellen. Man weicht vom Hauptweg ab und kommt auf einen Nebenweg, der eine andere Zeit, eine andere Epoche repräsentiert. Der Nebenweg liegt aber so eng beim Hauptweg und ist so schlecht begehbar, dass man rasch wieder auf den Hauptweg zurückgerät.

Wenn du die Probleme nicht benennen darfst, wie willst du sie dann lösen?

„Enteignung zur Linderung der Wohnungsknappheit ist übelste Fantasielosigkeit!“ „Garfield, ruhig Blut, du kriegst ja geblähte Backen.“ „Woher kommt denn überhaupt das Problem der zu wenigen Wohnungen zum erschwinglichen Preis?“ „Sag‘s Garfield, du weißt es doch ohnehin.“ „Vom gigantischen Zuzug von Asylsuchenden.“ „Was guckst du mich so feindlich an, Garfield?“ „Dieser Zuzug wäre vermeidbar gewesen.“ „Aha. Und wie? … Mein Gott, roll doch nicht so die Augen.“ „Weißt du, Olivia, wieviele Asylsuchende die USA unter Obama jährlich aufgenommen haben?“ „N-nein?“ „50 000.“ „Ff…“ „Bei Trump sind es nur noch 25 000. Die Bundesrepublik war womöglich das einzige Land, das keine Begrenzung hatte. Es konnten Millionen kommen und mussten zugelassen werden.“ „Hm, das ist immer noch das schlechte Gewissen aus der Geschichte. Man hat sich vom Naziregime distanziert. Ursprünglich hat allerdings die Konkurrenz der politischen Systeme in Ost und West im Kontext des Kalten Krieges und die bevorstehende Teilung Deutschlands unser weitgehendes Grundrecht auf Asyl noch mehr geprägt.“ „Dann ist es auch noch veraltet. Wie dem auch sei …, kein anderes Europäisches Land versteht jedenfalls, dass wir so offen für Asylsuchende sind. Und die Einigung neulich auf eine Obergrenze von 200 000 ist doch ein Witz. 200 000 pro Jahr mit Familienzuzug, das könnte die USA vielleicht schaffen. Wir sind dafür aber schlicht zu klein.“ „Aber die Aufnahme von Flüchtlingen ist doch humanitär. Deutschland tut im Grunde heute, was das Naziregime nie gemacht hätte … Du lachst?“ „Die Zuwanderer sind hauptsächlich Antisemiten, das hätte auch den Nazis gefallen.“ „ -.“ „Wenn es nur darum geht, sich vom Naziregime der Vergangenheit abzuheben, dann erteilt man unbeschränktes Asyl an Bürger jüdischen Glaubens. Das lag eigentlich immer schon nahe. Warum hat das bisher niemand gemacht? Zu viele Altnazis an den Schaltstellen der Macht? Im Übrigen kann man das Asylkontingent auf eine Zahl beschränken, die, wenn wir die USA unter Obama zum Vergleich nehmen, in Deutschland unter 10 000 pro Jahr liegen müsste.“ „Ja, dann heißt es doch wieder, wir seien ausländerfeindlich.“ „Quatsch. Das Land sucht sogar Ausländer, die zuziehen. Qualifizierte Kräfte. Über das Einwanderungsgesetz. Das diese Luschen im Bundestag noch immer nicht verabschiedet haben. Hier werden immer Dinge miteinander verquickt, die nicht zusammengehören.“ „- ? -“ „Wenn du weniger Flüchtlinge aufnehmen willst, dann nennen sie dich ausländerfeindlich, auch wenn du liebend gerne Ausländer über das Einwanderungsgesetz einwandern lassen möchtest. Wir kommen in ein Dilemma. Wenn du die Probleme nicht benennen darfst, wie willst du sie dann lösen?“ „Und wie würdest du dann das Problem der Wohnungsknappheit lösen?“ „Das erklär ich doch gerade. Änderung des Asylrechts und des Kontingents aufzunehmender Flüchtlinge. Ansonsten kann der Staat Anreize zum privaten Bauen schaffen. Steuervergünstigungen etc. Und der Staat, der die Situation ja mitverursacht hat, sollte selbst bauen, den sozialen Wohnungsbau wieder ankurbeln. Sicher gibt es noch einen Haufen weiterer Maßnahmen. Ich kann nicht alles wissen, ich bin schließlich nur ein sprechender Kater.Enteignung

Fritz A. K. Kolbe, kein Einzelfall. Als Nazigegner das Leben riskiert – in der Bundesrepublik behindert.

Fritz A. K. Kolbe, kein Einzelfall. Die Nazis bekämpft, in der Bundesrepublik behindert.

In der 2. Staffel der Serie Charité sieht es so aus, als würde er für die Nazis Sauerbruch ausspionieren. Doch tatsächlich ist er ein Widerstandskämpfer. Mit Hilfe von Maria Fritsch schafft er als unbezahlter Agent Geheiminformationen zu den Alliierten in die Schweiz.

Fritz A. K. Kolbe (* 25. September 1900 in Berlin; † 16. Februar 1971 in Bern) war ein deutscher Beamter und Widerstandskämper. Unter dem Decknamen «George Woods» arbeitete Kolbe, Beam­ter im Auswärtigen Amt,  unbezahlt für das «Office of Strategic Services» (OSS), den Vorläufer der CIA. Er lieferte ihm 2000 Dokumente über fünf Jahre hinweg. Am Ende des Zweiten Weltkriegs bezeich­neten ihn State Department und Geheimdienst der USA als wichtigsten Informanten der Alliierten in Deutschland.

Hitler bezeichnete er als Vaterlandsverräter. Kolbe: „Mein Bestreben war, den Krieg für mein unglückliches Volk abzukürzen, den Unglückli­chen in den KZs weitere Leiden ersparen zu helfen“.

Ab März 1945 blieb er bis Juli 1945 in Bern, kam dann nach Berlin zurück, wo er bis 1949 weiter für die US-Behörde Office of Military Government for Germany arbeitete.

1950 wollte Kolbe ins Auswärtige Amt zurückkehren. Der Leiter des Personalreferats im Auswärtigen Amt, Wilhelm Melchers, hintertrieb jedoch seine Anstellung. Die Unabhängige Historikerkommission um Eckart Conze fand Notizen Melchers, wonach Kolbe „unter keinen Umständen eingestellt werden“ dürfe und „ohne Bescheid bleiben“ solle.[1] Auch die Weiterbezahlung des Übergangsgeldes, auf welches Kolbe als ehemaliger Beamter Anrecht hatte, unterblieb. Er erhielt, vermittelt von Dulles, eine kleine amerikanische Pension. Kolbe bestritt seinen Lebensunterhalt schließlich unter anderem als Handlungsreisender für Motorsägen.

Im Februar 1971 starb Kolbe an Gallenkrebs in Bern.

Bezeichnend ist, dass ihn der Franzose Lucas Delattre 2004 in seinem Buch Fritz Kolbe. Der wichtigste Spion des Zweiten Weltkriegs aus der Versenkung geholt hat, während man sich in Deutschland nicht mit ihm beschäftigte.

Kolbe war leider kein Einzelfall. Da nach 1945 wieder viele Drahtzieher des Naziregimes führende Stellen in der Bundesrepublik bekleideten, standen sich auch nach 1945 wieder dieselben Gegner gegenüber. Gerade das Auswärtige Amt wurde ein Tummelplatz für frühere Nazis.

Kolbe ist nur die Spitze eines Eisbergs, den man unbedingt umfassend unter die Lupe nehmen müsste.

ARD CHARITÉ II. Staffel der historischen Krankenhausserie mit (6 neuen Folgen), ab Dienstag (19.02.19) um 20.15 Uhr im Ersten.
Fritz Kolbe (Marek Harloff), Diplomat und heimlicher Widerstandskämpfer.
© ARD/Julie Vrabelova.

Hitler im gemachten Nest der Weimarer Republik

„Warum siehst du seit Neuem ständig Dokus über die Weimarer Republik an, Garfield?“ „Parallelen liegen in der Luft, Olivia. Da muss man genauer hinsehen, was damals falsch lief.“ „Hm.“ „Hitler hätte nicht notwendig kommen müssen. Der Kerl war sogar ganz und gar unnötig.“ „Ganz davon abgesehen, dass er sich zur Weltkatastrophe mauserte …“ „Die Weimarer Republik hat die schwere Zeit nach dem Ersten Weltkrieg eigentlich gemeistert. Sie ist mit gigantischen Schwierigkeiten fertig geworden, und Hitler hat sich einfach nur ins gemachte Nest gesetzt.“ „Ich hab so das Gefühl, die Mehrzahl der Historiker hält Hitler für unausweichlich. Werd mal genauer.“ „Also: Mit bedeutenden Leistungen in Naturwissenschaften und Technik gewannen deutsche Wissenschaftler nach dem Ersten Weltkrieg verlorenes internationales Prestige mühsam zurück. Von den zwischen 1919 und 1933 verliehenen 36 naturwissenschaftlichen Nobelpreisen ging jeder dritte an einen Forscher aus Deutschland. 1927 erreichte die industrielle Produktion wieder den Umfang von 1913. Mitte der zwanziger Jahre überstieg der Außenhandel dann die Ein- und Ausfuhr des Kaiserreichs. Und in Kunst und Kultur gab es sogar eine einzigartige Blüte. Nach Ansicht von Walter Laqueur war Deutschland zur Zeit der Weimarer Republik „wie selbstverständlich das interessanteste Land Europas“. Denk nur an die Expressionisten, ans Bauhaus, an Künstler und Architekten wie Max Pechstein, Peter Behrens, Walter Gropius, Ludwig Mies van der Rohe, Ludwig Meidner, Wassily Kandinsky, Lyonel Feininger, George Grosz, Conrad Felixmüller, Otto Dix, Bruno Taut, Erich Heckel, Karl Schmidt-Rottluff, Emil Nolde … Der Film war damals so revolutionär, dass sie aus Hollywood kamen, um in Berlin zu lernen. Einzigartig war auch die Einführung des Wahlrechts für Frauen und deren Gleichberechtigung. Deutschland war in der Weimarer Republik ein hochmodernes, nach oben strebendes Land, vorher übrigens auch schon.“ „Vergisst du da nicht die zwei Wirtschaftskrisen, Garfield? Die dadurch ausgelösten Massenentlassungen, die  Armut weiter Schichten und deren Radikalisierung ….  Insbesondere nach der Krise von 1929 gab es für ältere Menschen keinerlei Hoffnung auf eine Anstellung. Jüngere Arbeitslose mussten jede Chance eines kleinen Verdienstes ergreifen, um dem sozialen Abstieg und der Obdachlosigkeit zu entgehen. Viele erkannten nur im Selbstmord einen Ausweg aus ihrer existenziellen Not. Andere versuchten durch Heimarbeit, Hausieren und Tauschgeschäfte den täglichen Überlebenskampf zu gewinnen oder zogen als Straßenmusiker von Haus zu Haus. Für unzählige Frauen war Prostitution der letzte Ausweg …“ „Ja, natürlich. Es waren sehr harte Zeiten. Und die Kriesgsgewinner tragen Mitschuld an der ganzen Misere mit ihren übertriebenen Reparationsforderungen. Dass sie den Deutschen die Alleinschuld für den Weltkrieg aufbürdeten, war zudem ein verhängnisvoller Fehler. Aber die Krisen hat Weimar dennoch gemeistert: Auf die Ende 1923 abgewendete Hyperinflation erlebte Weimar in den Jahren von 1924 bis 1929 sogar eine Zeit relativer Stabilität, eine Zeit wirtschaftlicher Erholung und auch außenpolitischer Anerkennung. Und damals gelang schon eine Neuregelung der Reparationsfrage durch den Dawes-Plan. In der Folge der Weltwirtschaftskrise 1929 gelang es Brüning dann, auf eine Senkung der Reparationen hinzuarbeiten, die sein Nachfolger von Papen später, in der Konferenz von Lausanne im Juli 1932, auch erreichte. Brüning hat mit seiner Sparpolitik den Siegermächten demonstrieren können, dass Deutschland die für den Reparationstransfer nötigen Devisen trotz der äußersten Anstrengungen nicht mehr erwirtschaften konnte.“ „Und diese verdammte Sparpolitik hat die Leute noch ärmer gemacht.“ „Ja, aber nur vorübergehend. Nachdem das Ziel erreicht, die Reparationslast nicht mehr völlig erdrückend war, ergab sich Spielraum für eine antizyklische Wirtschaftspolitik, für eine Konjunkturpolitik in Form von Inflation als Wachstumsanreiz. Das hätte zu der Zeit auch, wie es Vertreter der Gewerkschaften und Sozialdemokraten vorschlugen, massive Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen eingeschlossen, nach dem WTB-Plan  vom Januar 1932. „ „Und? „Wieso wurde nichts daraus?“ „Weil just zu dem Zeitpunkt, zu dem die Weichen für das Ende der Armut, für den Erfolg gestellt waren, sich Hitler ins gemachte Nest setzte.“ „Die Radikalisierung war einfach zu weit fortgeschritten.“ „Sie war weit fortgeschritten. Aber Weimar hat auch erfolgreich die Radikalisierung bekämpft. Sie hat den  Kapp-Putsch vom März 1920 abgeschlagen. Und Hitler wurde von der bayrischen Polizei  beim Putschversuch im  November 1923 einfach kurzerhand festgenommen.“ „Dann wurde er aber doch Reichskanzler und hebelte die Verfassung aus. Der Kerl hatte einfach überall zu viele Sympathisanten  … Garfield, was verziehst du so dein Gesicht? Du weinst ja beinah …“ „Es war alles auf gutem Weg, wenn nicht ein paar Riesendummköpfe Hitler an die Macht gebracht hätten. Ohne jede Notwendigkeit! Brüning hatte bereits ein Verbot der SS und SA durchgesetzt. Hindenburg, der Dummkopf und von Schleicher haben es 1932 wieder aufgehoben. Das verantwortungslose Rindvieh von Papen unterließ es später, die NSDAP zu verbieten und als staatsgefährdende Partei darzustellen. Dazu hätten ihm und seinem Vorgänger die Boxheimer Dokumente Gelegenheit gegeben, die 1931 in Hessen aufgetaucht waren und Putschpläne der Nationalsozialisten verrieten.“ „Du willst sagen, es hing letztlich nur von ein paar Personen an den Schalthebeln der Macht ab, dass sozusagen der Unfall oder besser der Supergau Hitler passierte.“ „So sieht es für mich aus. Der greise Hindenburg, von Papen und Schleicher hielten ihm die Steigbügel, ebenso Hugenberg, der Chef der Konservativen; die Konservativen hatten doch glatt geglaubt, der Reichspräsident, der alte Hindenburg, könne Hitler als Reichskanzler wieder absetzen. Die Idioten gingen davon aus, dass Hitler sich an die  Reichsverfassung halten würde. Als ob Verbrecher das Gesetz respektieren. Olivia, es ist gruselig. Aber manchmal entscheiden ein paar Dummköpfe da oben über das Schicksal von Millionen … Du siehst auch nicht gerade heiter aus, Olivia. Ich würde sagen, weinerlich.“ „Wenn ich denke: ohne den Spuk dieser zwölf finsteren Jahre hätten Millionen von Menschen überlebt, hätte es keinen grässlichen Irrsinn wie den Holocaust gegeben, wäre unser Land so schön wie Frankreich mit seinen intakten historischen Städten; dieses sogenannte tausendjährige Reich, das lumpige 12 Jahre dauerte, hat tausend Jahre deutscher Geschichte in Schutt und Asche aufgehen lassen.“ „Und dabei war dieser Hitler ohne Ideen. Er hat nicht mal die Autobahn erfunden, noch hat er die erste gebaut. Ausgerechnet der spätere Bundeskanzler und damalige Oberbürgermeister von Köln, Konrad Adenauer, kam ihm zuvor. Bereits 1932 hatte Adenauer die erste für den öffentlichen Verkehr freigegebene Autobahn von Köln nach Bonn eröffnet.“ „Im Kaltstellen seiner realen und vermeintlichen Gegner war er weniger phantasielos. 1933 gab es eine absolute Neuheit im Land, das erste KZ …“ „Du wirkst, als hättest du noch Zweifel, Olivia?“ „Du sagst, nur ein paar Leute an oberster Stelle hätten die Katastrophe eingebrockt. Sie wäre also nicht unausweichlich gewesen. Dabei dürfen wir doch nicht die Masse unterschätzen, die der NSDAP hinterherlief. Und schon gar nicht ihre vielen prominenten Unterstützer wie etwa diesen Ludendorff. Hitler wurde zu einem Machtfaktor, um den man nicht mehr herumkam …“ „Aber an die Macht gekommen wäre er nicht, wenn sie ihn nicht eingesetzt hätten. Er hätte die Macht auch nicht erzwingen können. Sein 1923iger-Putsch war ja schon gescheitert, und die Deutschen sind verschlafen, die machen keine Revolution, die stürzen keinen Staat so schnell um.“ „Und was war mit dem Kieler Matrosenaufstand, mit der Novmeberrevolution 1918?“ „Das wurde in der obersten Etage geregelt, nicht von der Straße: Reichkanzler Max von Baden gab am 9. November 1918 eigenmächtig die Abdankung des Kaisers Wilhelm II. bekannt und übergab dann Friedrich Ebert von der SPD die Regierungsgeschäfte. Die Arbeiter- und Soldatenräte wurden also nicht rangelassen. Ich denke, Olivia, Weimar hätte nur weiter bestehen müssen, die Wirtschaft wäre gewachsen, die Unzufriedenheit zurückgegangen, radikale Parteien wären geschrumpft, dieses Land wäre heute weit wohlhabender, weit schöner, weit glücklicher und ein Motor der Zivilisation.“ „Hm …“ „Immer noch nicht überzeugt?“ “ „Hitler war irgendwie der Ausdruck von etwas Bösem, das schon in Weimar und davor im Kaiserreich schlummerte.“ „Was meinst du damit, Olivia?“ „Der Antisemitismus beispielsweise war schon da. Im Kaiserreich war Juden die Karriere im Staatsdienst oder im akademischen Bereich bereits verstellt.“ „Aber die Weimarer Verfassung hat das doch beseitigt! Außerdem: Die Erfolge deutscher Juden als Wissenschaftler zu Zeiten der Weimarer Republik sprechen für sich: Unter den deutschen Nobelpreisträgern zur Zeit Weimars waren fünf jüdische Naturwissenschaftler: Albert Einstein, James Franck, Gustav Hertz, Otto Meyerhof und Otto Warburg.“ „Auf der anderen Seite wurde das vor allem von armen Ostjuden bewohnte Scheunenviertel in Berlin 1923 zum Ort pogromartiger Gewaltexzesse von Antisemiten, die erst durch einen massiven Polizeieinsatz gestoppt wurden. Hitler ist einfach auf der Welle geritten.“ „Ich gebe ja zu, der Antisemitismus war schon da, übrigens nicht nur in Deutschland, und die Republik wäre mit dem Antisemitismus nicht leicht fertiggeworden. Aber wie viel schlimmer hat sich der Antisemitismus ausgewirkt, als ein hasserfüllter, wahnsinniger Antisemit in den Besitz der Staatsgewalt gesetzt wurde und sich dranmachte, mit ihren Mitteln seine Utopie von einem judenfreien Rassereich zu verwirklichen.“

 

 

Den Geschichtsunterricht geschwänzt.

„Was grummelst du da vor dich hin, Garfield?“ „Bei Handelskriegen gibt es meist nur Verlierer.“ „Trump wäre aber China gegenüber im Vorteil; er kann den Chinesen beim Export mehr schaden als die Chinesen den USA, da die Chinesen mehr in die USA exportieren als umgekehrt. Es ist fürchterlich einfach.“ „Wenn es hart auf hart kommt, sackt der gesamte Handel der Streithähne ab, und andere Handelspartner trifft es kollateral mit.“ „Du bist doch aber auch der Ansicht, dass China unfaire Handelspraktiken hat. Die Märkte in China sind für die USA und Europa lange nicht so gut zugänglich wie der amerikanische und der europäische Markt für China. Da muss sich etwas ändern.“ „Die Lösung wäre, weg mit den Zollschranken und auch weg mit sonstigen Handels- und Investitionshemmnissen, überall. Nur geht das nicht ohne Druck …“ „Was überlegst du?“ „Wenn Trump sich mit den Europäern in der Sache verbünden würde, gäbe es soviel Druck auf  China, dass China die Beschränkungen abbauen muss, bis sich gleiche Partner gegenüberstehen.“ „Du runzelst die Stirn, wenn Kater das überhaupt können …“ „Trump hat aber anscheinend noch nicht kapiert, dass die Europäer Amerikas Verbündete sind. Ich hab den Verdacht, er hat in der Schule den Geschichtsunterricht geschwänzt.“

Trump Zölle

Rezension zu „Der Pflegefall“

Inkultura, Michael Kreisel:

Buchkritik — Olivia Monti — Der Pflegefall

Umschlagfoto, Buchkritik, Olivia Monti, Der Pflegefall, InKulturA Anna Zerbst, Mitte fünfzig, einsam und in prekären finanziellen Verhältnissen lebend, nimmt eine Stelle als Pflegekraft an. Ihr neuer Arbeitgeber ist ein ehemals einflussreicher und vermögender Mann mit einem äußerst problematischen Charakter. Sie bezieht ein Zimmer in der Villa Brunt und wird vom dortigen Hausmeisterehepaar in die tägliche Routine eingewiesen.

Schnell wird ihr klar, dass dieser Job Herausforderungen beinhaltet, die sie oft an ihre persönlichen Grenzen gelangen lassen. Herr Brunt ist jähzornig, unbeherrscht und gefällt sich darin, seine Mitmenschen, es sind nur wenige, permanent zu beleidigen und sogar körperlich anzugreifen. Mitten in dieser für Anna ohnehin schwierige Situation, erfährt sie Näheres über die Vergangenheit Brunts.

Nella und Markus, das Hausmeisterehepaar berichten vom Missbrauch ihrer behinderten Tochter durch Brunt, der ebenfalls seinen Sohn Tobias körperlich und psychisch gequält haben soll. Eine vormalige rumänische Pflegekraft ist spurlos verschwunden und auch der Tod von Tobias Mutter geschah unter mysteriösen Umständen. Als es Anna gelingt, einen verhältnismäßig guten Kontakt zu Brunt herzustellen, erzählt dieser eine andere Version der Ereignisse.

Hin und her gerissen zwischen Pflicht und Empörung, stellt sich angesichts der Tatsache, dass Brunt durch Nella, Markus und Tobias langsam vergiftet wird, die Frage nach ihren möglichen Optionen. Soll sie mit ihrem Wissen zur Polizei gehen, schweigen oder gar die Stelle aufgeben? Als sie eine Entscheidung trifft, entwickelt sich die Angelegenheit auf dramatische Weise.

„Pflegefall“ ist ein beklemmender Psychothriller, der die Villa Brunt zu einem klaustrophobisch inszenierten Ort negativer Emotionen gestaltet. Wut, Hass, Gier und Rachegefühle vergiften das Leben der Figuren, die, getrieben von Verzweiflung und Sadismus, ein Leben führen, dass dunkel zu nennen, noch untertrieben wäre. Allein die vage Hoffnung auf die finanzielle Hinterlassenschaft Brunts hält diesen Kosmos des Negativen zusammen.

Olivia Monti ist es gelungen auf knapp 200 Seiten ein Pandämonium menschlicher Abgründe zu beschreiben, dass Erschauern lässt. Eine bereits unter normalen Umständen immer problematische Beziehung zwischen Pflegenden und zu Betreuenden eskaliert hier zu einer Situation, die unerträglich ist und die geradewegs auf eine Katastrophe zusteuern muss.

Man ist froh, diesen Roman nach der Lektüre beiseite legen zu können; nicht weil er schlecht geschrieben ist, sondern, im Gegenteil, mit einer Intensität daherkommt, die nur schwer zu ertragen ist. Ein „Pflegefall“ mit absoluter Leseempfehlung.

 


 

Meine Bewertung:Bewertung

Veröffentlicht am 12. Mai 2018

Die Spaltung Europas

 

„Du meinst, die EU bricht auseinander, Garfield? Also wie …?“ „Ich erklär es dir, Olivia. Also, Macron und EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker werben für einen Europäischen Währungsfonds. Der EWF soll als letzte Möglichkeit einspringen, wenn vorhandene Gelder zur geordneten Abwicklung von Banken, die von der Pleite bedroht sind, nicht mehr ausreichen. Macron will außerdem, dass die 19 Eurozonenstaaten einen gemeinsamen Haushalt und einen gemeinsamen  Finanzminister bekommen. Die Gefahr ist nun: öffentliche und private Schulden werden damit vergemeinschaftet.“ „Also die reicheren Länder müssen die Defizite der ärmeren mittragen.“  „Hm. Die EU funktionierte aber bislang, weil in ihr Vorteile verteilt wurden, auf jeden Fall mehr Vorteile als Nachteile. Sie ist eine Vorteilsunion. Der Zusammenschluss der Europäer hat Frieden, einen gemeinsamen Wirtschaftsraum, Schutz gebracht. Auf einmal soll es um die Verteilung von erheblichen Nachteilen gehen? Das verändert doch völlig den Charakter der Gemeinschaft … Ja, du willst was sagen, Olivia?“ „Das mit dem Verteilen von Nachteilen begann schon, als den südeuropäischen Ländern irrsinniges Sparen aufgezwungen wurde. Und eine Verteilung von Nachteilen drohte auch, als Länder zur Aufnahme von mehr Flüchtlingen gezwungen werden sollten. Wenn ein Land über eine Million Flüchtlinge aufnimmt, dann ist das seine Sache, eine solche Monsteranstrengung zu bewältigen, es kann nicht von den anderen dasselbe verlangen in einem Club freiwilliger Mitglieder.“ „Tja. Die EU wird eine Gemeinschaft, die noch mehr Mitglieder verlieren wird. Bei jedem Vorteilsclub wär das so. Angenommen, du bist Mitglied in einem Einkaufsclub. Die Mitglieder kaufen gemeinsam ein und bekommen dadurch Rabatt. Wenn jetzt die besser Verdienenden ihren Rabatt an die schlechter Verdienenden im Club abgeben müssen, dann treten die Besserverdienenden doch aus, der Club macht für sie keinen Sinn mehr, er ist für sie zweckentfremdet. Menschen und Staaten sind nunmal Egoisten. Die halten nur unter Zwang zusammen oder in Winwinsituationen.“Spaltung

Das unbequeme Wort Armut

„Du siehst schon wieder so mürrisch drein, Garfield.“ „Eben Draghi gehört. Die Arbeitslosigkeit sei in der EU wieder auf dem Niveau von 2008, Europa wachse schneller als erwartet, nur die Inflation ziehe nicht so recht an.“ „Das klingt fantastisch. Nur … stimmt da irgendwas nicht. Es klingt zu rosig …“ „Du sagst es, Olivia! Draghi  musste dann selbst zugeben, es gäbe zwar viel mehr Jobs, aber darunter seien gering und temporär Beschäftigte.“ „Ich fürchte viele gering und temporär Beschäftigte … Kaschierte Armut würd ich das nennen.“ „Und da tut er so, als wundere er sich, dass die Inflationsrate nicht steigt, was im übrigen auch nicht so stimmt. Die Vermögenswerte inflationieren ja schon lange. Immobilien, Wertpapiere … Aber die gängige Inflationsrate bezieht sich halt prominent auf die ganz ordinären Haushaltsausgaben wie Lebensmittel, Energie usw. Klar, dass Lebensmittel nicht teurer werden, wenn du ein Heer von Armen hast, die gar keine höheren Preise bezahlen können. Teurere Lebensmittel kann der Handel einfach nicht durchsetzen, die bleiben liegen.“ „Hm, dann ist es kein so großes Rätsel, wann Draghi aus der ultralockeren Geldpolitik aussteigt.“ „Er sagt selbst, die Inflation zieht an, wenn die Gehälter anziehen. Im Klartext heisst das, sie zieht an, wenn es weniger Armut in Europa gibt. Niemand will es so recht in den Mund nehmen, dieses scheußliche Wort. Denn Armut ist gravierend, sie geht nicht so schnell weg, es kann länger dauern.“ „Moment mal, Garfield. Mir fallen da gerade Argentinien ein und auch andere südamerikanische Staaten, da war es gerade andersherum, da ging Armut immer wieder Hand in Hand mit einer galoppierenden Inflation.“ „Hm. Auch wieder wahr. Dort sind die Bedingungen wieder anders; häufige politische Unsicherheit, Kapitalflucht, schwache Währungen, geschwächte Wirtschaften. Bis es soweit in Europa kommt, müssen wir noch ein ganzes Stück mehr absinken.“ „Gruselig.“Draghi

Der Vuitton unter den Kryptowährungen

„Ich glaube an Kryptowährungen, solange sie nachgefragt und nicht verboten werden.“ „Du meinst, du glaubst an so etwas wie den Bitcoin, Garfield?“ „Ein Bitcoin ist ein Produkt wie jedes andere. Ich würde sogar sagen, er ist so etwas wie Gold.“ „Aber der Bitcoin ist doch sozusagen aus dem Nichts geschaffen worden, Rechner schaffen den Bitcoin. Da steckt doch keine Substanz dahinter.“ „Spielt das eine Rolle, Olivia? Eine Menge Produkte, die wir kaufen, sind sozusagen auch aus dem Nichts geschaffen, haben den Produzenten fast nichts gekostet und sind nur etwas wert, weil der Konsument dafür etwas auszugeben gewillt ist. Ist hinter einer Dienstleistung Substanz? Da krault mir jemand den Rücken und ich zahle für die Massage 100 Euro. Oder ich kaufe eine Plastiktasche, und nur weil sie Louis Vuitton heißt, zahle ich 7000 Euro für sie. Und nicht zu vergessen, der Bitcoin ist ja nicht nur ein beliebiges Produkt, er ist auch eine Währung, ein Zahlungsmittel: Ist hinter einem 100 Euro Schein noch Substanz? Es gibt den Goldstandard nicht mehr. Der Schein ist aus wertlosem Papier …“ „Hm, da fällt mir Stiglitz ein. Er meinte, der Bitcoin müsse weg, da er keinerlei soziale Funktion erfülle.“ „Dann müssten auch Vuitton-Handtaschen weg … Oder Schokolade. Milliarden werden für Schokolade ausgegeben, und das Zeugs ist nur ungesund und macht fett.“ Garfield kratzt sich den Schnurrbart: „Unser ganzes Wirtschaftssystem beruht darauf, dass Scheiß, den wir nicht brauchen, an den Konsumenten gebracht wird. Und so funktionslos ist Schokolade dann auch nicht, sie schmeckt gut und befriedigt mich zwei Sekunden lang. Der Bitcoin hat da noch mehr Funktion. Solange, wie gesagt, die Nachfrage stimmt und er nicht verboten wird, bereichert er mich wie Gold. Ist eine Art Wertaufbewahrungsmittel, nicht nur ein Zahlungsmittel.“ „Ist das nicht übertrieben?“ „Wieso? Vom Bitcoin gibt es nur eine bestimmte Menge. Ich hörte mal die Zahl 21 Millionen.  Gold ist soviel wert, weil es ebenfalls nur eine begrenzte Menge gibt. Es ist ein seltenes Metall. Es hat eigentlich auch keine Funktion. Man hortet es oder man hängt es sich um den Hals. Andere Anwendungen sind marginal. Angenommen, jeder dahergelaufene Alchimist könnte nun plötzlich Gold herstellen, dann fiele es im Wert, und du könntest dir genauso gut Plastik um den Hals hängen.“ „Ich kann dir folgen, Garfield. Und gerade da wird’s brenzlig. Creti und Pleti können Kryptowährungen herstellen. Das läuft doch schon. Es gibt bereits über 1000 verschiedene Coins. Jede zwar nur in einer bestimmten Menge, aber insgesamt entwertet sich doch das System der Kryptowährungen damit selbst.“ „Hm, das ist ein Punkt … Da kommt es nun drauf an, dass sich einige durchsetzen und die anderen links liegen gelassen werden. Bitcoin, Ethereum und vielleicht noch ein paar andere ziehen die Aufmerksamkeit, die Nachfrage auf sich, und die anderen bleiben dann irrelevant. Es könnte wie in der Mode sein. Die großen, allen bekannten Namen machen das Rennen. Es ist nur ein Nachfrageproblem. Nur wenn die ausbleibt, ist man am Arsch.“ „Will man Währungen wie den Bitcoin, die nicht von Zentralbanken ausgegeben werden,  aus der Welt schaffen, kann man die Bitcoinkäufer auch einfach verunsichern; man macht ihnen Angst, und schon gibt es eine Flucht aus dem Bitcoin, die Nachfrage bricht weg, und er ist nicht mehr viel wert. Vielleicht ist dann doch Gold besser …“ „Vielleicht sind die Leute auch einfach nicht so blöd, sich verunsichern zu lassen.“ „Und was ist mit der Blockchaintechnologie? Wenn der Bitcoin verschwindet, verschwindet die dann auch?“ „Olivia! Das ist doch was ganz anderes. Beim Übertragen von Bitcoins wird Blockchaintechnologie benutzt. Diese Technologie eignet sich zum sicheren Übertragen und Aufbewahren von einer Menge werthaltiger Informationen, wie etwa Verträgen. Hier ist Hacken sinnlos, da eine Information beim Übertragen auf einer Million Rechnern denzentral gespeichert wird. Wird ein Rechner gehackt, wird das erkannt, ein Hacker müsste eine Million Rechner gleichzeitig hacken, das ist schwierig. Da haben wir ein ganz anderes Produkt. Der Vorteil ist allerdings auch der Pferdefuß. Man braucht zuviel Rechnerkapazität.  Aber so wie Batterien immer mehr Energie speichern können, werden Rechner immer mehr Informationen speichern können.“ „Soll mich das beruhigen?“ „Beruhigend ist hier nichts. Noch mehr Schnickschnack, der uns vom Eigentlichen, von den wichtigen Inhalten im Leben, ablenkt.“

Lob der Faulheit

Im Film „Die Entdeckung der Unendlichkeit“ über Stephen Hawking berichten seine Kommilitonen, er sei ausgesprochen faul gewesen.

https://www.youtube.com/watch?v=BfUekbglaAs

Im Klappentext zu Wolfgang Schneiders „Enzyklopädie der Faulheit“ heißt es:

Sie waren große Faulpelze: Charlie Chaplin, Albert Einstein, George Gershwin. In der Schule haben sie versagt, und doch kennt jeder ihre Namen. Vielleicht war ja gerade ihre Faulheit die Basis ihres Weltruhms. Bemerkte doch schon Salomon: „Wer seine Tätigkeit einschränkt, erlangt Weisheit.“ Und Dostojewski ebenso treffend: „Einsamkeit und Faulheit liebkosen die Phantasie.“

Als ich in Florenz mit ein paar wirklich begabten Künstlern in einem Atelier arbeiten durfte, spielten alle erstmal quasi stundenlang herum, bevor sie sich an die ernste Arbeit machten, und dann entstand plötzlich  etwas Fabelhaftes. Dort ging mir ein Licht auf.

Gute Einfälle brauchen vorausgehende Spielerei, Blödelei. Das sieht wie Faulheit aus, und es ist auch eine bestimmte Art von Faulheit. Ich vertrödle meine Zeit ewig auf Facebook, um mich vor der Arbeit zu drücken, das Herumspielen bringt mein Gehirn aber dann so in Gang, dass ich endlich mit dem Wesentlichen anfangen kann. Wie funktioniert das?

Beim Spielen und Herumblödeln entsteht ein besonderer Aufmerksamkeitsmodus, man hat eigentlich ein gemindertes Bewusstsein, ist nicht fokussiert, alles geht wie von selbst, ein bisschen Trance-artig.  Ein EEG würde zeigen, die kurzen Betawellen im Gehirn werden von längeren Alphawellen abgelöst, vielleicht sogar noch von Thetawellen, die nur noch von den im Tiefschlaf auftretenden Deltawellen an Langwelligkeit übertroffen werden. In so einem Zustand erweitert sich unser Bewusstsein  (vgl. etwa  beim Physiker Amit Goswami, Das Bewusste Universum). Nach dem Verhaltensforscher William Braud bedeutet ein gemindertes Bewusstsein Labilität: Labilität ist die Bereitschaft zur Veränderung. Ein labiles System verändert sich leichter als ein träges. Labilität ist die Leichtigkeit, mit der sich ein System von einem Zustand in einen andern begeben kann. Labile Geister sind offener für Neues und Subtiles, sie können rasch von einer Idee oder einem Bild zum andern huschen. Und so ist Faulheit eine Voraussetzung für phantastische Einfälle. Große Ideen entstehen kaum unter Zwang, selten zielgerichtet, meistens in Folge absichtslosen Spielens, Trödelns, Blödelns, Faulenzens.

Es gilt:

Wittgenstein

Der Rentenkäse

„Ich verstehe es nicht, Olivia.“ „Was denn Garfield?“ „Jahrzehntelanges Gejammere über unsichere Renten. Und da hat man ein System, das aus dem vorletzten Jahrhundert stammt. Was eingezahlt wird, geben sie sofort wieder aus, statt das Geld erst mal am Kapitalmarkt arbeiten zu lassen und zu vermehren.“ „Tja, da ist was dran. Das System hat sich seit Bismarck nicht viel verändert … Das ursprüngliche System der gesetzlichen Rentenversicherung baute auf eine Ansparung der Rentenbeiträge, die paritätisch von Arbeitgebern und Arbeitnehmern auf Rentenkonten zu entrichten waren. Von kurzen Perioden abgesehen kam jedoch nie eine ausreichende Kapitaldeckung zustande. Daher funktionierte das Rentensystem in einer Art Umlageverfahren.  Das heißt, was reinkommt, wird sofort wieder ausgegeben. In der Rentenreform 1957 unter Konrad Adenauer wurde das System der Kapitaldeckung endgültig aufgegeben und offiziell zu einem Umlageverfahren gemacht. Also das von der Hand in den Mund Leben ging weiter. Das System ist damals wie heute chronisch unterfinanziert. Was du als zukünftiger Rentenempfänger einzahlst, ist sofort wieder weg, futsch.“ „In Anbetracht der riesigen Möglichkeiten des Kapitalmarktes müsste man das System wenigstens teilweise zu einem Pensionfondssystem reformieren.“ „Tja, da musst du Geld ansparen, unser System gibt aber alles Geld sofort wieder aus.“ „Man könnte an eine Zwischenfinanzierung denken. Der Staat nimmt Kredit auf für, sagen wir, ein Jahr Zwischenfinanzierung der Renten und sorgt dafür, dass das Geld, das ins Rentensystem kommt, für ein Jahr drin bleibt und angelegt wird. Das System zahlt den Kredit nach dem Jahr wieder an den Staat zurück, die Rentner sind bezahlt worden, und ein Überschuss von einigen Prozent sind (hoffe ich schwer) beim Anlegen entstanden, der später zusätzlich den Rentnern zugutekommt. Auf die Weise brauchst du nicht immer mehr Leute, die einzahlen, dann ist das ewige Geschwätz, dass jetzt zu wenige im Arbeitsprozess einzahlen für zu viele Rentner, Käse. Und auch die Rente mit 70 wäre unnötiger Quatsch.“ „Und du meinst, das funktioniert?“ „Wieso nicht? Man kann es ja in kleinen Schritten angehen. Norwegen hat ein teils Pensionfonds-finanziertes System. Die Rentner dort stehen prima da. Sie können mit 62 in Pension, und selbst wer nie gearbeitet hat, ist weitgehend gefeit vor Altersarmut, dank einer Garantiepension von jährlich circa 20.000 Euro. Es gibt in Norwegen die obligatorische betriebliche Altersvorsorge, und der Staat kann für seine Rentenzahlungen auf den weltgrößten staatlichen Pensionsfonds zurückgreifen, mit einem Vermögen von rund 700 Milliarden Euro. “ „Der dortige Pensionfonds wird aber aus Öleinnahmen gespeist, darfst du nicht vergessen, Garfield.“ „Das war nur der Anfang. Das Geld vermehrt sich schon lange auch am Kapitalmarkt. Woher du die Anfangsbeträge nimmst, ist wurscht. Der deutsche Staat müsste sozusagen auf Kredit spekulieren, wenn er zu blöde ist, andersweitig Geld für seine Bürger zu verdienen.“ “Hm, da hast du ja auch ein völlig neues Staatskonzept.“ „Auch das. Der moderne Staat sollte ein Service-Staat sein, denke ich. Er erbringt primär Leistungen für die Bürger (miteingeschlossen die Leistung einer funktionstüchtigen Demokratie beruhend auf unveräußerlichen Grundwerten) und sollte nicht irgendwelchen Hanseln an der Spitze dazu dienen ideologisch herumzuexperimentieren oder sich selbst darzustellen.“

 

Özoguz oder gibt es noch eine deutsche Kultur?

„Wie findest du Özoguzs Satz, „eine spezifisch deutsche Kultur“ sei „jenseits der Sprache schlicht nicht identifizierbar, Olivia“?  „Also nimm mal grob an, Kultur sei alles, was der Mensch selbst gestaltend auf einem bestimmten Territorium hervorbringt, dann gehört nach Özoguz seltsamerweise weder die Musik Bachs, noch die Philosophie Kants, weder Einsteins Relativitätstheorie noch Daimlers erster Motorwagen zur deutschen Kultur, um nur mal ganz wenige, beliebige Beispiele zu bringen.  Die Deutschen sind Jahrhunderte lang auf der faulen Haut gelegen, und auch das Bier, das sie dabei  konsumierten, hatte nichts spezifisch Deutsches.“  „Tja, man müsste sich in Özoguzs Perspektive fast fragen, waren Goethe oder Luther eigentlich Deutsche? Und von welchem Planeten kam der seltsame Conrad Zuse, der den ersten Computer konstruierte? … Die Sache hätte allerdings auch einen Vorteil.“  „???“ „Hitler gehörte dann auch nicht zur deutschen Kultur.“  (Olivia lacht kurz). „Leider gehört auch Hitler dazu. Das ist unsere Crux. Vornehmlich als Zerstörer unserer Kultur. Eigentlich sind wir damals aus der Geschichte und Zivilisation ausgetreten. Und das Dritte Reich hat nicht nur der Welt großen Schaden zugefügt, verheerend hat es unser Land geschädigt, Millionen sind getötet oder umgebracht worden, die kulturelle Leistungen von unschätzbarem Wert hätten hervorbringen können, eine riesige Anzahl von Städten ist dem Erdboden gleichgemacht worden, wir haben nicht nur unsere Geschichte verloren, wir haben damit auch einen Teil  unserer Seele eingebüßt.  Gerade daran erkennt man auch das Teuflische des Systems.“ Garfield wird nachdenklich: „Özoguz könnte sich auf den Nachkriegszustand Deutschlands bezogen haben. Nach dieser Geschichtszäsur sind die Deutschen vielleicht irgendwie austauschbar geworden.“ „Da ist was dran. Andererseits,  sie haben es geschafft, auf den Trümmern des Unrechtssystems eine funktionsfähige und tolerante Demokratie zu errichten, eine weitere großartige kulturelle Leistung, auch wenn die Demokratie nun keine deutsche Erfindung ist …“ Olivia und Garfield schweigen eine Zeitlang. „Um nochmal auf Özoguzs Satz zurückzukommen. Sicher ist die Sprache ein wesentliches Kulturmoment, und die deutsche Sprache war die Sprache der Dichter und Denker,  auch als Integrationsfaktor steht die Sprache wohl an erster Stelle. Aber wie willst du dich integrieren, wenn dir nicht jemand liebevoll  die unzähligen anderen positiven kulturellen Errungenschaften nahe bringt? Ich habe lange Zeit in Italien gelebt. Und als mir jemand die unglaublichen Kunstwerke dort nahebrachte, liebte ich das Land so sehr, dass ich dazugehören wollte.“

Ruhe ist die erste Bürgerpflicht oder die deutsche Leisetreterei

„Olivia, warum findet eigentlich so kurz vor der Wahl kein richtiger Wahlkampf statt?“ „Was meinst du mit richtigem Wahlkampf, Garfield?“ „Es gibt keine scharfe Debatte. Schulz greift Merkel nicht direkt an. Er sagt nicht, was sie falsch gemacht hat, sondern nur, was sie in Zukunft falsch machen könnte. Die Debatte gewänne doch an Schärfe, wenn er zum Beispiel zu Merkel sagte, Sie haben Europa kaputt gespart und zur Entzweiung der Mitglieder der Europäischen Union beigetragen, um nur mal ein Beispiel zu nennen.“ „Hm.“ „Die wirklich brenzligen Themen werden aus der Debatte einfach ausgeklammert.“ „Kommt mir bekannt vor. Probleme umgehen durch Totschweigen der Probleme. Deutsche Leisetreterei. Ruhe ist die erste Bürgerpflicht hieß es schon 1806 nach dem Debakel von Jena und Auerstädt. Man hat einen Haufen arabische Bürger im Land und einen Haufen Netzwerke, nicht nur in den Moscheen, die versuchen, diese zu radikalisieren. Das Problem ist groß, am besten, man redet nicht darüber. Und auch nicht darüber, wie es überhaupt so weit kommen konnte. Mit der Armut im Land geht es ähnlich. Du hörst nichts mehr darüber, auch wenn 40 % der Bürger keine Rücklagen für die Zukunft haben. Das übrigens eine Studie von Fratzscher, der das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung leitet.“ „Stört es denn die Bürger nicht, dass nicht heftig debattiert wird?“ „Die Bürger bekommen Schlafpillen verabreicht.“ „Schlafpillen?“ „Sieben Monate vor der Wahl werden die Füllhörner ausgeschüttet. Ich hab selbst vom Geldsegen profitiert, muss ich zugeben. Wirfst du einem Löwen ein Stück Fleisch hin, frisst er es und legt sich zur Ruhe.“ „Den Deutschen scheint die Ruhe wichtiger zu sein als die Demokratie.“ „Ich hab den Verdacht, das war immer schon so. Die Deutschen haben deshalb auch keine Revolution hinbekommen wie die Franzosen. Wenn du nur an die Liberalen denkst, die die 1848er Revolution mitlosgetreten haben, das waren eigentlich Revolutionäre wider Willen; die fürchteten die anarchischen Volksbewegungen und wollten legale Wege beschreiten, nicht radikal mit der Vergangenheit brechen. Wollten also ihre Ruhe behalten.“ „Ich fürchte, es fehlt der Sinn für Demokratie.“ „Und dazu passt eine aktuelle und zukünftige Kanzlerin, die die wichtigsten Bürgerbelange im Alleingang entscheidet.“

Karikatur von Alfons von Boddien, 1848

Leseprobe aus dem fast fertigen Kriminalroman „Die Pflegerin“ (Arbeitstitel), 190 Seiten

Aus dem Roman „Die Pflegerin“ (Arbeitstitel), 190 Seiten

S. 40 ff

 

„Wie wollen Sie beerdigt werden?“, fragt mich Herr Brunt.

Ich schlucke. Ich hatte schon an meine Beerdigung gedacht. Das tun womöglich viele Alleinlebende. Wenn niemand für einen da ist, muss man alles selbst regeln. Möglich, dass man nicht einmal jemanden hat, den man zur eigenen Beerdigung einladen könnte. „Ich weiß noch nicht einmal, ob ich eine Grabstätte kaufen muss.“

Herr Brunt lächelt knapp. „Ich habe für mich eine Erdbestattung festgelegt. Ich besitze noch das Grab meiner Eltern. Da ist Platz.“

Ich schweige. Herr Brunt ebenfalls. Dann sieht er mich an: „Ich habe meinen Wunsch in einem notariellen Testament festgelegt. Mein Sohn würde die billigste Variante wählen, mich verbrennen lassen. Wenn er dürfte, würde er mich am nächstbesten Ort ausstreuen. Wahrscheinlich in eine Mülltonne. Ich glaube, dass die Seele den Körper nicht gleich verlässt, und mein Sohn würde mich sicher noch am Tag meines Todes einäschern wollen. So etwas will ich verhindern.“

Herrn Brunts Worte bedrücken mich nicht nur, sie machen mir langsam Angst. Von Natur aus würde ich jetzt keine Frage stellen, ich muss aber unbedingt mehr wissen. „W-wieso würde Ihr Sohn so etwas …?“

Herr Brunt antwortet, als hätte er auf ein Stichwort gewartet: „Mein Sohn wollte mich umbringen.“

Ich muss tief Luft holen.

„Er glaubt, ich sei schuld am Tod meiner Frau. Dabei war es ein Reiseunfall. Ich kann ja verstehen, dass er wütend auf mich ist. Meine Frau und ich, wir hatten eine … schlechte Ehe geführt. Aber das ist ja nichts Außergewöhnliches. Am Anfang ist man verliebt. Und dann lebt man sich auseinander. Der eine entwickelt sich weiter. Der andere bleibt stehen und wird böse.“

Ich starre Herrn Brunt nur an.

„Sie wollen wissen, wie er es versucht hat?“

Meine Lippen bewegen sich, ich kriege aber kein Wort heraus.

„Ich mache jeden Abend einen Spaziergang ums Haus. Da hat er mir aufgelauert und versucht, mich zu überfahren. Er hat mich erwischt, ich flog in die Luft und knallte auf dem Bürgersteig auf. Ich blieb bewusstlos liegen. Er fuhr davon. War wohl davon ausgegangen, ich sei tot. Ein Nachbar fand mich und brachte mich ins Krankenhaus. Ich habe nie gesagt, wer es war.“

In meinem Hirn rattert es. Jetzt macht alles Sinn. „Ja dann ist Ihr Sohn … gefährlich … Dann kann er sie immer noch umbringen. Dann …!“

Brunt unterbricht mich: „Denken Sie, ich weiß nicht, was mein Sohn und die Schmitts mauscheln?“

Ich werde purpurrot.

„Sie vergiften mich.“

„Und das w-wissen Sie?!“ Aus allen meinen Poren bricht Schweiß.

„Sie wissen es doch auch.“

Mein Blut sackt ab, dann kehrt sich der Prozess um, mir wird heiß und mein Gesicht brennt lichterloh. Ich krächze: „W-wie …Wo-woher …?“

Herr Brunt lächelt : „Sie haben die drei belauscht.“

Mein Gesicht muss dunkelrot sein. „Ich w-wollte erst mehr herausfinden. Ich wollte sicher gehen, dass …“

Herr Brunt legt seine welke Hand auf meine. Sie ist so leicht wie ein Blatt.

Ich sehe ihn kläglich an: „Und was machen wir jetzt?“

*

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