Die Sterbepille – Kriminalroman – Leseprobe

Synopsis

Nadja, Anna, Max und Fred leben in einer Alters-WG. Deutschland ist nur noch eine Scheindemokratie. Die regierende BP (Bürgerliche Partei) „löst“ das Rentenproblem, indem sie Rentnern und Pensionären schmackhaft macht, Sterbepillen zu schlucken. Zu dem Zweck lädt die Regierung zu Sterbeseminaren in luxuriöse Hotels ein. Unsere WG-Bewohner sind in hellem Aufruhr. Alle haben vom Gesundheitsministerium eine Einladung zum Sterbeseminar auf Fehmarn erhalten. Offiziell ist das Einnehmen der Sterbepille zwar freiwillig. Wie manche munkeln, kehrt aus den Sterbehotels aber niemand mehr zurück.

Leseprobe – Die Sterbepille

Spannung pur für kühle Winterabende

Interview. Die Hintergründe.

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Ciao Roma! Nicht nur Italienfans werden ihn lieben. Den neuen Thriller von Olivia Kleinknecht.

Olivia, warum haben Sie „Der Regisseur“ geschrieben?

Der Regisseur ist ein moderner Don Giovanni. Das Buch ist so strukturiert wie Da Pontes Libretto zu Mozarts Don Giovanni. Der Protagonist denkt, er kann und darf alles tun, wird immer übermütiger, überschreitet sogar die Grenze ins Verbrechen und dann geht auf einmal etwas und dann immer mehr schief. Die Situation gerät außer Kontrolle. Don Giovannis Untaten kommen heraus. Seine Opfer entdecken, dass er nicht nur ein Frauenverführer, ist, dem jede Lüge, jeder Betrug recht ist, sondern auch ein gemeiner Mörder. Don Giovanni wird bestraft, er brennt am Ende in den Feuern der Hölle. „Der Regisseur“ nimmt ein etwas moderneres, aber auch kein gutes Ende.

Was hat sie an Mozarts Don Giovanni fasziniert?

Was mich an Don Giovanni immens erstaunt hat: die Verführten, seine Opfer, weinen ihm noch nach…

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Zeitspur-Surfen

Ich bin in einer Stadt unterwegs und für Sekunden habe ich das Gefühl, ich ginge durch eine andere Zeit. Zwar bin ich noch am selben Ort, aber an dem Ort herrscht auf einmal so etwas wie eine Stimmung aus den fünfziger Jahren. Wie gesagt, das geht nur ein paar Sekunden, dann ist wieder die Jetztzeit da. Es ist als ob es nebeneinanderher beliebig viele Zeitspuren gäbe. Man kann sich die als Wege vorstellen. Man weicht vom Hauptweg ab und kommt auf einen Nebenweg, der eine andere Zeit, eine andere Epoche repräsentiert. Der Nebenweg liegt aber so eng beim Hauptweg und ist so schlecht begehbar, dass man rasch wieder auf den Hauptweg zurückgerät.

Wenn du die Probleme nicht benennen darfst, wie willst du sie dann lösen?

„Enteignung zur Linderung der Wohnungsknappheit ist übelste Fantasielosigkeit!“ „Garfield, ruhig Blut, du kriegst ja geblähte Backen.“ „Woher kommt denn überhaupt das Problem der zu wenigen Wohnungen zum erschwinglichen Preis?“ „Sag‘s Garfield, du weißt es doch ohnehin.“ „Vom gigantischen Zuzug von Asylsuchenden.“ „Was guckst du mich so feindlich an, Garfield?“ „Dieser Zuzug wäre vermeidbar gewesen.“ „Aha. Und wie? … Mein Gott, roll doch nicht so die Augen.“ „Weißt du, Olivia, wieviele Asylsuchende die USA unter Obama jährlich aufgenommen haben?“ „N-nein?“ „50 000.“ „Ff…“ „Bei Trump sind es nur noch 25 000. Die Bundesrepublik war womöglich das einzige Land, das keine Begrenzung hatte. Es konnten Millionen kommen und mussten zugelassen werden.“ „Hm, das ist immer noch das schlechte Gewissen aus der Geschichte. Man hat sich vom Naziregime distanziert. Ursprünglich hat allerdings die Konkurrenz der politischen Systeme in Ost und West im Kontext des Kalten Krieges und die bevorstehende Teilung Deutschlands unser weitgehendes Grundrecht auf Asyl noch mehr geprägt.“ „Dann ist es auch noch veraltet. Wie dem auch sei …, kein anderes Europäisches Land versteht jedenfalls, dass wir so offen für Asylsuchende sind. Und die Einigung neulich auf eine Obergrenze von 200 000 ist doch ein Witz. 200 000 pro Jahr mit Familienzuzug, das könnte die USA vielleicht schaffen. Wir sind dafür aber schlicht zu klein.“ „Aber die Aufnahme von Flüchtlingen ist doch humanitär. Deutschland tut im Grunde heute, was das Naziregime nie gemacht hätte … Du lachst?“ „Die Zuwanderer sind hauptsächlich Antisemiten, das hätte auch den Nazis gefallen.“ „ -.“ „Wenn es nur darum geht, sich vom Naziregime der Vergangenheit abzuheben, dann erteilt man unbeschränktes Asyl an Bürger jüdischen Glaubens. Das lag eigentlich immer schon nahe. Warum hat das bisher niemand gemacht? Zu viele Altnazis an den Schaltstellen der Macht? Im Übrigen kann man das Asylkontingent auf eine Zahl beschränken, die, wenn wir die USA unter Obama zum Vergleich nehmen, in Deutschland unter 10 000 pro Jahr liegen müsste.“ „Ja, dann heißt es doch wieder, wir seien ausländerfeindlich.“ „Quatsch. Das Land sucht sogar Ausländer, die zuziehen. Qualifizierte Kräfte. Über das Einwanderungsgesetz. Das diese Luschen im Bundestag noch immer nicht verabschiedet haben. Hier werden immer Dinge miteinander verquickt, die nicht zusammengehören.“ „- ? -“ „Wenn du weniger Flüchtlinge aufnehmen willst, dann nennen sie dich ausländerfeindlich, auch wenn du liebend gerne Ausländer über das Einwanderungsgesetz einwandern lassen möchtest. Wir kommen in ein Dilemma. Wenn du die Probleme nicht benennen darfst, wie willst du sie dann lösen?“ „Und wie würdest du dann das Problem der Wohnungsknappheit lösen?“ „Das erklär ich doch gerade. Änderung des Asylrechts und des Kontingents aufzunehmender Flüchtlinge. Ansonsten kann der Staat Anreize zum privaten Bauen schaffen. Steuervergünstigungen etc. Und der Staat, der die Situation ja mitverursacht hat, sollte selbst bauen, den sozialen Wohnungsbau wieder ankurbeln. Sicher gibt es noch einen Haufen weiterer Maßnahmen. Ich kann nicht alles wissen, ich bin schließlich nur ein sprechender Kater.Enteignung

Fritz A. K. Kolbe, kein Einzelfall. Als Nazigegner das Leben riskiert – in der Bundesrepublik behindert.

Fritz A. K. Kolbe, kein Einzelfall. Die Nazis bekämpft, in der Bundesrepublik behindert.

In der 2. Staffel der Serie Charité sieht es so aus, als würde er für die Nazis Sauerbruch ausspionieren. Doch tatsächlich ist er ein Widerstandskämpfer. Mit Hilfe von Maria Fritsch schafft er als unbezahlter Agent Geheiminformationen zu den Alliierten in die Schweiz.

Fritz A. K. Kolbe (* 25. September 1900 in Berlin; † 16. Februar 1971 in Bern) war ein deutscher Beamter und Widerstandskämper. Unter dem Decknamen «George Woods» arbeitete Kolbe, Beam­ter im Auswärtigen Amt,  unbezahlt für das «Office of Strategic Services» (OSS), den Vorläufer der CIA. Er lieferte ihm 2000 Dokumente über fünf Jahre hinweg. Am Ende des Zweiten Weltkriegs bezeich­neten ihn State Department und Geheimdienst der USA als wichtigsten Informanten der Alliierten in Deutschland.

Hitler bezeichnete er als Vaterlandsverräter. Kolbe: „Mein Bestreben war, den Krieg für mein unglückliches Volk abzukürzen, den Unglückli­chen in den KZs weitere Leiden ersparen zu helfen“.

Ab März 1945 blieb er bis Juli 1945 in Bern, kam dann nach Berlin zurück, wo er bis 1949 weiter für die US-Behörde Office of Military Government for Germany arbeitete.

1950 wollte Kolbe ins Auswärtige Amt zurückkehren. Der Leiter des Personalreferats im Auswärtigen Amt, Wilhelm Melchers, hintertrieb jedoch seine Anstellung. Die Unabhängige Historikerkommission um Eckart Conze fand Notizen Melchers, wonach Kolbe „unter keinen Umständen eingestellt werden“ dürfe und „ohne Bescheid bleiben“ solle.[1] Auch die Weiterbezahlung des Übergangsgeldes, auf welches Kolbe als ehemaliger Beamter Anrecht hatte, unterblieb. Er erhielt, vermittelt von Dulles, eine kleine amerikanische Pension. Kolbe bestritt seinen Lebensunterhalt schließlich unter anderem als Handlungsreisender für Motorsägen.

Im Februar 1971 starb Kolbe an Gallenkrebs in Bern.

Bezeichnend ist, dass ihn der Franzose Lucas Delattre 2004 in seinem Buch Fritz Kolbe. Der wichtigste Spion des Zweiten Weltkriegs aus der Versenkung geholt hat, während man sich in Deutschland nicht mit ihm beschäftigte.

Kolbe war leider kein Einzelfall. Da nach 1945 wieder viele Drahtzieher des Naziregimes führende Stellen in der Bundesrepublik bekleideten, standen sich auch nach 1945 wieder dieselben Gegner gegenüber. Gerade das Auswärtige Amt wurde ein Tummelplatz für frühere Nazis.

Kolbe ist nur die Spitze eines Eisbergs, den man unbedingt umfassend unter die Lupe nehmen müsste.

ARD CHARITÉ II. Staffel der historischen Krankenhausserie mit (6 neuen Folgen), ab Dienstag (19.02.19) um 20.15 Uhr im Ersten.
Fritz Kolbe (Marek Harloff), Diplomat und heimlicher Widerstandskämpfer.
© ARD/Julie Vrabelova.

Hitler im gemachten Nest der Weimarer Republik

„Warum siehst du seit Neuem ständig Dokus über die Weimarer Republik an, Garfield?“ „Parallelen liegen in der Luft, Olivia. Da muss man genauer hinsehen, was damals falsch lief.“ „Hm.“ „Hitler hätte nicht notwendig kommen müssen. Der Kerl war sogar ganz und gar unnötig.“ „Ganz davon abgesehen, dass er sich zur Weltkatastrophe mauserte …“ „Die Weimarer Republik hat die schwere Zeit nach dem Ersten Weltkrieg eigentlich gemeistert. Sie ist mit gigantischen Schwierigkeiten fertig geworden, und Hitler hat sich einfach nur ins gemachte Nest gesetzt.“ „Ich hab so das Gefühl, die Mehrzahl der Historiker hält Hitler für unausweichlich. Werd mal genauer.“ „Also: Mit bedeutenden Leistungen in Naturwissenschaften und Technik gewannen deutsche Wissenschaftler nach dem Ersten Weltkrieg verlorenes internationales Prestige mühsam zurück. Von den zwischen 1919 und 1933 verliehenen 36 naturwissenschaftlichen Nobelpreisen ging jeder dritte an einen Forscher aus Deutschland. 1927 erreichte die industrielle Produktion wieder den Umfang von 1913. Mitte der zwanziger Jahre überstieg der Außenhandel dann die Ein- und Ausfuhr des Kaiserreichs. Und in Kunst und Kultur gab es sogar eine einzigartige Blüte. Nach Ansicht von Walter Laqueur war Deutschland zur Zeit der Weimarer Republik „wie selbstverständlich das interessanteste Land Europas“. Denk nur an die Expressionisten, ans Bauhaus, an Künstler und Architekten wie Max Pechstein, Peter Behrens, Walter Gropius, Ludwig Mies van der Rohe, Ludwig Meidner, Wassily Kandinsky, Lyonel Feininger, George Grosz, Conrad Felixmüller, Otto Dix, Bruno Taut, Erich Heckel, Karl Schmidt-Rottluff, Emil Nolde … Der Film war damals so revolutionär, dass sie aus Hollywood kamen, um in Berlin zu lernen. Einzigartig war auch die Einführung des Wahlrechts für Frauen und deren Gleichberechtigung. Deutschland war in der Weimarer Republik ein hochmodernes, nach oben strebendes Land, vorher übrigens auch schon.“ „Vergisst du da nicht die zwei Wirtschaftskrisen, Garfield? Die dadurch ausgelösten Massenentlassungen, die  Armut weiter Schichten und deren Radikalisierung ….  Insbesondere nach der Krise von 1929 gab es für ältere Menschen keinerlei Hoffnung auf eine Anstellung. Jüngere Arbeitslose mussten jede Chance eines kleinen Verdienstes ergreifen, um dem sozialen Abstieg und der Obdachlosigkeit zu entgehen. Viele erkannten nur im Selbstmord einen Ausweg aus ihrer existenziellen Not. Andere versuchten durch Heimarbeit, Hausieren und Tauschgeschäfte den täglichen Überlebenskampf zu gewinnen oder zogen als Straßenmusiker von Haus zu Haus. Für unzählige Frauen war Prostitution der letzte Ausweg …“ „Ja, natürlich. Es waren sehr harte Zeiten. Und die Kriesgsgewinner tragen Mitschuld an der ganzen Misere mit ihren übertriebenen Reparationsforderungen. Dass sie den Deutschen die Alleinschuld für den Weltkrieg aufbürdeten, war zudem ein verhängnisvoller Fehler. Aber die Krisen hat Weimar dennoch gemeistert: Auf die Ende 1923 abgewendete Hyperinflation erlebte Weimar in den Jahren von 1924 bis 1929 sogar eine Zeit relativer Stabilität, eine Zeit wirtschaftlicher Erholung und auch außenpolitischer Anerkennung. Und damals gelang schon eine Neuregelung der Reparationsfrage durch den Dawes-Plan. In der Folge der Weltwirtschaftskrise 1929 gelang es Brüning dann, auf eine Senkung der Reparationen hinzuarbeiten, die sein Nachfolger von Papen später, in der Konferenz von Lausanne im Juli 1932, auch erreichte. Brüning hat mit seiner Sparpolitik den Siegermächten demonstrieren können, dass Deutschland die für den Reparationstransfer nötigen Devisen trotz der äußersten Anstrengungen nicht mehr erwirtschaften konnte.“ „Und diese verdammte Sparpolitik hat die Leute noch ärmer gemacht.“ „Ja, aber nur vorübergehend. Nachdem das Ziel erreicht, die Reparationslast nicht mehr völlig erdrückend war, ergab sich Spielraum für eine antizyklische Wirtschaftspolitik, für eine Konjunkturpolitik in Form von Inflation als Wachstumsanreiz. Das hätte zu der Zeit auch, wie es Vertreter der Gewerkschaften und Sozialdemokraten vorschlugen, massive Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen eingeschlossen, nach dem WTB-Plan  vom Januar 1932. „ „Und? „Wieso wurde nichts daraus?“ „Weil just zu dem Zeitpunkt, zu dem die Weichen für das Ende der Armut, für den Erfolg gestellt waren, sich Hitler ins gemachte Nest setzte.“ „Die Radikalisierung war einfach zu weit fortgeschritten.“ „Sie war weit fortgeschritten. Aber Weimar hat auch erfolgreich die Radikalisierung bekämpft. Sie hat den  Kapp-Putsch vom März 1920 abgeschlagen. Und Hitler wurde von der bayrischen Polizei  beim Putschversuch im  November 1923 einfach kurzerhand festgenommen.“ „Dann wurde er aber doch Reichskanzler und hebelte die Verfassung aus. Der Kerl hatte einfach überall zu viele Sympathisanten  … Garfield, was verziehst du so dein Gesicht? Du weinst ja beinah …“ „Es war alles auf gutem Weg, wenn nicht ein paar Riesendummköpfe Hitler an die Macht gebracht hätten. Ohne jede Notwendigkeit! Brüning hatte bereits ein Verbot der SS und SA durchgesetzt. Hindenburg, der Dummkopf und von Schleicher haben es 1932 wieder aufgehoben. Das verantwortungslose Rindvieh von Papen unterließ es später, die NSDAP zu verbieten und als staatsgefährdende Partei darzustellen. Dazu hätten ihm und seinem Vorgänger die Boxheimer Dokumente Gelegenheit gegeben, die 1931 in Hessen aufgetaucht waren und Putschpläne der Nationalsozialisten verrieten.“ „Du willst sagen, es hing letztlich nur von ein paar Personen an den Schalthebeln der Macht ab, dass sozusagen der Unfall oder besser der Supergau Hitler passierte.“ „So sieht es für mich aus. Der greise Hindenburg, von Papen und Schleicher hielten ihm die Steigbügel, ebenso Hugenberg, der Chef der Konservativen; die Konservativen hatten doch glatt geglaubt, der Reichspräsident, der alte Hindenburg, könne Hitler als Reichskanzler wieder absetzen. Die Idioten gingen davon aus, dass Hitler sich an die  Reichsverfassung halten würde. Als ob Verbrecher das Gesetz respektieren. Olivia, es ist gruselig. Aber manchmal entscheiden ein paar Dummköpfe da oben über das Schicksal von Millionen … Du siehst auch nicht gerade heiter aus, Olivia. Ich würde sagen, weinerlich.“ „Wenn ich denke: ohne den Spuk dieser zwölf finsteren Jahre hätten Millionen von Menschen überlebt, hätte es keinen grässlichen Irrsinn wie den Holocaust gegeben, wäre unser Land so schön wie Frankreich mit seinen intakten historischen Städten; dieses sogenannte tausendjährige Reich, das lumpige 12 Jahre dauerte, hat tausend Jahre deutscher Geschichte in Schutt und Asche aufgehen lassen.“ „Und dabei war dieser Hitler ohne Ideen. Er hat nicht mal die Autobahn erfunden, noch hat er die erste gebaut. Ausgerechnet der spätere Bundeskanzler und damalige Oberbürgermeister von Köln, Konrad Adenauer, kam ihm zuvor. Bereits 1932 hatte Adenauer die erste für den öffentlichen Verkehr freigegebene Autobahn von Köln nach Bonn eröffnet.“ „Im Kaltstellen seiner realen und vermeintlichen Gegner war er weniger phantasielos. 1933 gab es eine absolute Neuheit im Land, das erste KZ …“ „Du wirkst, als hättest du noch Zweifel, Olivia?“ „Du sagst, nur ein paar Leute an oberster Stelle hätten die Katastrophe eingebrockt. Sie wäre also nicht unausweichlich gewesen. Dabei dürfen wir doch nicht die Masse unterschätzen, die der NSDAP hinterherlief. Und schon gar nicht ihre vielen prominenten Unterstützer wie etwa diesen Ludendorff. Hitler wurde zu einem Machtfaktor, um den man nicht mehr herumkam …“ „Aber an die Macht gekommen wäre er nicht, wenn sie ihn nicht eingesetzt hätten. Er hätte die Macht auch nicht erzwingen können. Sein 1923iger-Putsch war ja schon gescheitert, und die Deutschen sind verschlafen, die machen keine Revolution, die stürzen keinen Staat so schnell um.“ „Und was war mit dem Kieler Matrosenaufstand, mit der Novmeberrevolution 1918?“ „Das wurde in der obersten Etage geregelt, nicht von der Straße: Reichkanzler Max von Baden gab am 9. November 1918 eigenmächtig die Abdankung des Kaisers Wilhelm II. bekannt und übergab dann Friedrich Ebert von der SPD die Regierungsgeschäfte. Die Arbeiter- und Soldatenräte wurden also nicht rangelassen. Ich denke, Olivia, Weimar hätte nur weiter bestehen müssen, die Wirtschaft wäre gewachsen, die Unzufriedenheit zurückgegangen, radikale Parteien wären geschrumpft, dieses Land wäre heute weit wohlhabender, weit schöner, weit glücklicher und ein Motor der Zivilisation.“ „Hm …“ „Immer noch nicht überzeugt?“ “ „Hitler war irgendwie der Ausdruck von etwas Bösem, das schon in Weimar und davor im Kaiserreich schlummerte.“ „Was meinst du damit, Olivia?“ „Der Antisemitismus beispielsweise war schon da. Im Kaiserreich war Juden die Karriere im Staatsdienst oder im akademischen Bereich bereits verstellt.“ „Aber die Weimarer Verfassung hat das doch beseitigt! Außerdem: Die Erfolge deutscher Juden als Wissenschaftler zu Zeiten der Weimarer Republik sprechen für sich: Unter den deutschen Nobelpreisträgern zur Zeit Weimars waren fünf jüdische Naturwissenschaftler: Albert Einstein, James Franck, Gustav Hertz, Otto Meyerhof und Otto Warburg.“ „Auf der anderen Seite wurde das vor allem von armen Ostjuden bewohnte Scheunenviertel in Berlin 1923 zum Ort pogromartiger Gewaltexzesse von Antisemiten, die erst durch einen massiven Polizeieinsatz gestoppt wurden. Hitler ist einfach auf der Welle geritten.“ „Ich gebe ja zu, der Antisemitismus war schon da, übrigens nicht nur in Deutschland, und die Republik wäre mit dem Antisemitismus nicht leicht fertiggeworden. Aber wie viel schlimmer hat sich der Antisemitismus ausgewirkt, als ein hasserfüllter, wahnsinniger Antisemit in den Besitz der Staatsgewalt gesetzt wurde und sich dranmachte, mit ihren Mitteln seine Utopie von einem judenfreien Rassereich zu verwirklichen.“

 

 

Den Geschichtsunterricht geschwänzt.

„Was grummelst du da vor dich hin, Garfield?“ „Bei Handelskriegen gibt es meist nur Verlierer.“ „Trump wäre aber China gegenüber im Vorteil; er kann den Chinesen beim Export mehr schaden als die Chinesen den USA, da die Chinesen mehr in die USA exportieren als umgekehrt. Es ist fürchterlich einfach.“ „Wenn es hart auf hart kommt, sackt der gesamte Handel der Streithähne ab, und andere Handelspartner trifft es kollateral mit.“ „Du bist doch aber auch der Ansicht, dass China unfaire Handelspraktiken hat. Die Märkte in China sind für die USA und Europa lange nicht so gut zugänglich wie der amerikanische und der europäische Markt für China. Da muss sich etwas ändern.“ „Die Lösung wäre, weg mit den Zollschranken und auch weg mit sonstigen Handels- und Investitionshemmnissen, überall. Nur geht das nicht ohne Druck …“ „Was überlegst du?“ „Wenn Trump sich mit den Europäern in der Sache verbünden würde, gäbe es soviel Druck auf  China, dass China die Beschränkungen abbauen muss, bis sich gleiche Partner gegenüberstehen.“ „Du runzelst die Stirn, wenn Kater das überhaupt können …“ „Trump hat aber anscheinend noch nicht kapiert, dass die Europäer Amerikas Verbündete sind. Ich hab den Verdacht, er hat in der Schule den Geschichtsunterricht geschwänzt.“

Trump Zölle

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