Sterbewohl

 

Entschlummere sanft mit Sterbewohl. Empfohlen vom Gesundheitsminister.

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Taschenbuch

Hardcover

 

Dystopischer

Kriminalroman

Was tust du, wenn dein Staat dich im Rentenalter auffordert, eine Sterbepille zu schlucken, damit du der Allgemeinheit nicht zur Last fällst?
Sagst du Nein und erträgst die staatlichen Repressalien? Fliehst du ins Ausland? Versuchst du die Schweinerei öffentlich anzuprangern und die Regierung zu stürzen? Oder schluckst du das tödliche Gift?

LOGLINE

Nadja, Anna, Max und Fred werden vom Staat aufgefordert, Sterbewohl, eine tödliche Pille, zu schlucken, weil ihre Renten nicht mehr bezahlbar sind. Sie wehren sich und bieten dem Staat die Stirn.

KLAPPENTEXT

Deutschland ist nur noch eine Scheindemokratie. Der Staat veranstaltet neuerdings für ältere Menschen Sterbeseminare in Luxushotels. Ihnen soll dort schmackhaft gemacht werden, Sterbewohl, eine tödliche Pille, zu schlucken, um beizeiten die Allgemeinheit zu entlasten.
Nadja, Anna, Max und Fred sind über 65. Alle vier haben vom Gesundheitsministerium eine Einladung zum Sterbeseminar ins komfortable Hotel Paradies auf Fehmarn erhalten. Offiziell ist das Einnehmen von Sterbewohl freiwillig. Wie manche munkeln, kehrt aus den Hotels aber niemand mehr zurück.

SCHNIPSEL

Ich stand vor dem Wandkalender in meiner Wohnung und blickte auf die Tage, die im April noch blieben, bis sie uns abholten. Im Dritten Reich hatten sie einen abgeholt, wenn man Jude war. Jetzt holten sie dich ab, wenn du alt warst. Statt allerdings wie damals in schmutzigen Baracken zusammengepfercht auf den Tod zu warten, bekamst du in einem Luxushotel nach einem Fünf-Gang-Essen bei Kerzenlicht in einer Suite die Pille serviert, die dich aus dem Leben beförderte. Leise Musik berieselte dich, du durftest deine Lieblingsmusik wählen und Sterbewohl mit einem Glas Champagner schlucken.

SCHNIPSEL

Es war sehr ruhig am Strand. Unnatürlich ruhig. Die Gäste redeten kaum miteinander. Viele tranken die auf Tischchen neben den Liegestühlen bereitgestellten Cocktails. Soweit ich die Gesichter mustern konnte, sah niemand glücklich aus. Manche wirkten traurig, manche einfach nur nachdenklich. Wussten die anderen auch, was hier vor sich ging? Machten sie sich Sorgen, die Nächsten zu sein, die das Zeitliche segnen mussten? Planten manche ihre Flucht? Hatten welche bereits resigniert und warteten nur darauf, dass man ihnen den Tod verabreichte? Sahen sie keinen Ausweg mehr für sich? Oder ahnten sie noch nichts und langweilten sich nur? Das Essen war zwar abwechslungsreich, aber der Tagesablauf immer derselbe. Und sie ließen einem praktisch keine Freiheit, die Zeit selbst zu gestalten. Sicher war es auch nicht besonders erbaulich, dass man sich hier jeden Tag mit dem Alter und dem Tod befassen musste.  Gezwungenermaßen.

SCHNIPSEL

Ich blickte mich eingehend um. Die meisten Hotelgäste waren noch zu jung, um schon zu sterben, es war noch nicht ihre Zeit. Nur ein sehr kleiner Teil war im höheren Alter. Es gab nur ganz wenige sichtlich Gebrechliche; da waren zwei Männer, die ich vorher noch nicht im Hotel bemerkt hatte, sie wurden im Rollstuhl von ihren Pflegern zur Gästegruppe dazugeschoben. Der eine alte Mann konnte seinen Kopf nicht mehr gerade halten, er lag auf seiner Schulter, während aus dem Mundwinkel unentwegt Speichel tropfte und die Lippen so feucht machte, dass sie in der Sonne wie Gelee glänzten. So war das Leben vielleicht nicht mehr schön. Dass so jemand sterben wollte, konnte ich noch begreifen. Vielleicht taten ihm auch alle Knochen weh oder er konnte nur in dieser schiefen Position schmerzlos sitzen, weil sich seine Wirbel verschoben hatten.

LESEPROBE

SCHNIPSEL

Du durftest nicht mehr altern, du musstest jung bleiben, ins Fitnessstudio rennen, deine Falten unterspritzen lassen, bis ins hohe Alter Hormone nehmen … Nur jung aussehende Menschen hatten Vorteile im Leben. Den Alten traute man nicht mehr, seit so viele alte Menschen jahrelang dahinsiechten. Alte Menschen galten auch nicht mehr als erfahren oder weise, seit so viele dement wurden. Sie wurden zum Kostenfaktor. Das Alter wurde zum Stigma. Wenn du alt aussahst, warst du eine tickende Zeitbombe. Früher oder später würdest du Leid und Kosten verursachen. Dass da der Gedanke aufkam, vor dem natürlichen Tod aus dem Leben zu scheiden, war nur eine Frage der Zeit.

LESEPROBE AUF LESERKANONE

Deutschland-Fehmarn-Flügger

 

REZENSIONEN

inkultura:

Buchkritik — Olivia Monti — Sterbewohl

Umschlagfoto, Buchkritik, Olivia Monti, Sterbewohl, InKulturA Die EU ist zerfallen und Deutschland ist pleite. Alle Hilfsprogramme, darunter die Wiedereinführung der D-Mark, haben der jetzt totalitär herrschenden Bürgerpartei, BP, keinen Erfolg gebracht. Nur in einer Hinsicht ist die BP führend: Im rasanten Abbau demokratischer Regeln und bürgerlicher Freiheiten. Die Menschen sind dank moderner Überwachungstechnik, die gerade von den jüngeren freiwillig und begeistert genutzt wird, für die Herrschenden transparent geworden.

Um die ohnehin fast leere Staatskasse zu entlasten, legt man den Älteren, Rentnern und Pensionären nahe, freiwillig aus dem Leben zu scheiden, um, wie es zahlreiche Broschüren und Werbeflyer ausdrücken, aus Solidarität mit den Enkeln und Urenkeln darauf zu verzichten, weiterhin eine finanzielle Belastung zu sein.

Auch Nadja, Anna und ihre Freunde Max und Fred sind die Zielgruppe, denen angewandte Sterbehilfe nahegelegt wird. Ein Schreiben des Gesundheitsministeriums lädt sie zu einem Sterbeseminar in das Hotel Paradies auf Fehmarn ein. Und, wie es in dieser Einladung formuliert ist, sollte man vorher seinen Sachwalter bestimmen.

Nadja, ausgebrannt von ihrem Beruf als Grundschullehrerin und nur mühsam durch von ihrem Arzt großzügig verschriebene medikamentöse Stimmungsaufheller arbeitsfähig gemacht, freut sich darauf, nach ihre Pension endlich damit zu beginnen, was sie im Stillen als „in Form kommen“ bezeichnet, doch die staatliche Einladung auf die Ostseeinsel beendet vorerst ihre Zukunftspläne.

Zu Nadja, Anna, Max und Fred, die beschließen, die Einladung anzunehmen, gesellt sich Marwa, eine Freundin von Fred. Sie ist Journalistin und will den Gerüchten über Unregelmäßigkeiten bei den Sterbeseminaren nachgehen, von denen, das stellen sie bald fest, eine ganze Menge gibt.

„Sterbewohl“ ist ein bitterböser Roman über einen von der Politik inszenierten und unterstützen Krieg der Generationen, der mit einer brutalen Kosten-Nutzen-Analyse geführt und begründet wird und der die Renten- und Pensionszahlungen als überflüssige Ausgaben betrachtet. Da kommt, ganz in marktradikaler Denkweise nur eines infrage: Kostensenkung.

Weniger Kriminalroman als vielmehr eine Dystopie dessen, was möglich sein könnte, wenn, wie es aktuell in Ansätzen – „meine Oma ist eine alte Umweltsau“ – bereits angedacht und ausgetestet wird, hat Olivia Monti einen bösen, manchmal, ausschließlich dem Thema geschuldet, unerträglichen Roman geschrieben, der unter die Haut geht.

Warum nur fallen mir jetzt die vollmundigen Bekundungen unserer Politiker ein, die nicht müde werden, in Coronazeiten mantrahaft den Schutz vulnerabler Personengruppen, sprich ältere Menschen, zu fordern und, entgegen allen propagierten Anstrengungen, die Bewohner von Pflegeheimen dort trotzdem in großer Zahl sterben?

„Sterbewohl“ ist aber auch ein Roman über Verführer und Verführte. Die Figur des Seminarleiters Mortop, ein Manipulator, der es versteht, dass die Menschen in ihm das sehen, was sie sehen wollen, ist nur einer der Profiteure dieser Kaffeefahrt(en) des Grauens. Einige werden in seinen Händen willige Werkzeug und auch Anna fällt auf ihn, der, wie Mephistopheles in Goethes „Faust“, von sich behauptet, ein Auserwählter zu sein und die Kraft sei, die das Böse will und das Gute schafft, herein.

Nicht die Verführer sind das Problem, sondern die, sie sich verführen lassen.


Meine Bewertung:Bewertung

Veröffentlicht am 16. Februar 2021

Rezensionen auf Netgalley

„Das Cover ist außergewöhnlich, sowie das Thema auch. Lässt sich super lesen. Konnte gar nicht mehr aufhören. Ein für mich hochinteressantes Thema. Mal ganz anders aufbereitet, makaber, aber, wie ich finde, gut.“ Gabriele M.

„Auf den ersten Blick ist das sich hier abspielende Szenario sicherlich an den Haaren herbeigezogen. Doch irgendwie bleibt ein mulmiges Gefühl, ob es nicht doch vorstellbar wäre. Wie schnell kam z.B. damals Hitler an die Macht? Das war auch unvorstellbar – bis es wahr wurde.“ Daniela K.

„Olivia Monti hat einen horrorhaften Thriller mit enormem Gruselfaktor geschrieben. So schockierend, weil alles möglich scheint. Die Geschichte hat es gezeigt. Beim Lesen ist mir regelrecht schlecht geworden. So manipulativ, so überzeugend werden „Argumente“ vorgebracht, so eng vernetzt sind systemtreue Behörden, so gierig sind skrupellose Figuren. Weit hergeholt??? Lesen!“  Sanne L.

Rezensionen auf Vorablesen

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„Der fließende, schnörkellose Schreibstil erzeugt einen Lesefluß, bei dem man das Buch nicht mehr aus der Hand legen möchte.“

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