Der Regisseur

Der Regisseur
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Der Regisseur, Roman, Verlag Ludwig, Kieler Edition, 2001, 438 Seiten

 

Es ist lange her, dass ich diesen Thriller geschrieben habe.

Alles fing damals gut an. Bald erschienen ein paar wichtige Artikel über den Regisseur. Und dann filmte mich ein Journalist mit Kamerateam in Rom, an den Orten des Romans. Ich war ungemein aufgeregt, und ich weiss noch, wie ich nach dem Dreh in einem Café auf der Piazza del Popolo sass und dachte, jetzt habe ich es geschafft. Die Reportage über den Regisseur sollte auf 3Sat erscheinen.  Und dann wurde der Beitrag über mich nicht gesendet …  Tja, so geht’s. Wie viele Male denkt man im Leben, man hat es geschafft, und dann steht man wieder am Anfang. Punishment_sisyph

 

 

 

Heute könnte ich den Regisseur nicht mehr schreiben. Mir fehlt die überschäumende Energie, die Leidenschaft, die mich durch diesen Stoff getrieben hat.

 

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Inhalt

Aus kulturnews.de:

Schon die ersten Seiten dieses dezent gestalteten grauen Buches strotzen vor Lust, Sex und Geilheit – und das bleibt auch so. Denn der schillernde römische Filmregisseur Vittorio Angelotti inszeniert sein Leben ebenso wie seine Filme als Folge von Perversionen bis hin zum Mord aus Neugier. Gewiss kein sympathischer Typ, aber in seiner Unberechenbarkeit spannend genug, einen Roman zu tragen. Die 32-jährige deutsche Autorin Olivia Kleinknecht lässt die Stories seiner ihm demütig ergebenen Drehbuchautorin, einer mordenden Ehefrau und einer verliebten Edelnutte parallel laufen und sich mit der Angelottis verschlingen. Ausgeschmückt mit lüsternen, sado-masochistischen Filmszenen enstehen Tableaus wie aus wüsten Werken Pasolinis oder Fellinis – und das hat allein wegen des Überraschungseffekts seine eigene Magie. Die intellektuell-psychologische Frage nach den Machtverhältnissen, nach der Lust an Herrschaft und Unterwürfigkeit wird gewiss die Diskussion um dieses Buch bestimmen, kaschiert aber nur die Tatsache, dass man als Nicht-Porno-Leser sonst selten Gelegenheit hat, Obszönes so interessant verpackt zu goutieren – oder einfach nur darüber zu staunen. Der Inhalt ist so prall, dass der zuweilen klischeehafte Stil, die bemüht akribischen Beschreibungen und die albernen italienischen Zitate nur der Vollständigkeit halber hier erwähnt werden sollen. „Der Regisseur“ ist einzigartig unverblümt, provokant, brutal und hat das Zeug zum Bestseller. (cor)

Kurztext

Rom, mitten im Sommer. Der Regisseur Vittorio Angelotti ist ein Machtmensch. Abgesehen von seiner Arbeit – zuletzt drehte er einen skandalumwitterten Papstfilm – interessiert ihn nur eins: das eigene erotische Vergnügen, dem er mit großer Rücksichtslosigkeit und in vielen Spielarten nachzugehen weiß. Berauscht von seiner scheinbaren Machtfülle, mischt er sich in eine Mordintrige ein…
In Olivia Kleinknechts eiskalt erzähltem Regisseur sind Interieur wie Ausschweifung von gleicher Delikatesse. Ein eigenwilliger, figurenreicher Unterhaltungsroman über das Verhältnis von Macht, Intensität und Schönheit – und über die daraus erwachsenden tödlichen Konsequenzen.

Der Regisseur ist ein Thriller mit Subtext. Es geht um die Unmöglichkeit, den Augenblick zu erleben.

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Rezensionen (eine Auswahl):

„Der Regisseur ist einzigartig unverblümt, provokant, brutal und hat das Zug zum Bestseller.“ Klaus Harpprecht, Tagesanzeiger.

„Olivia Kleinknecht enthüllt triebhaften Hedonismus und männliche Omnipotenz als apokalyptischen Wahn.“ Peter M. Hetzel, Focus.

„Ein gewaltiges Szenario aus Liebe, Leidenschaft und vor allem Zügellosigkeit.“ Thomas Wanhoff, Frankfurter Neue Presse.

„Olivia Kleinknecht war noch nie ein Fall für harmlose Geschichten.“ Anton Thuswaldner, Salzburger Nachrichten.

„Kleinknecht schreibt besonders perfide.“ Verena Mayer, Stuttgarter Zeitung.

„Exquisite Grausamkeiten in sehr gepflegter Sprache. Amüsiert liest man sich durch die Monstrositäten.“ Thomas Widmer, Facts.

„Olivia Kleinknecht spielt fulminant mit den Elementen des Trivialen.“ Peter M. Hetzel, Schweizer Illustrierte.

„Dieses „Drehbuch“ wäre wie geschaffen für Regisseure wie Fellini oder Kubrick, es schreit förmlich nach schönen Bildern, die den Lebensekel bannen. Reinhold E. Laubersheimer, Rhein-Neckar-Zeitung.

„Vor allem die ungerührte, klischeelose Darstellung weiblicher Triebhaftigkeit und masochistischer Unterwerfungslust muss als die Errungenschaft einer neuen, freieren Autorinnengeneration gewertet werden, die in Deutschland so zum ersten Mal zu Wort kommt … In der Analyse einer sich selbst in den seelischen Ruin treibenden Spassgesellschaft ähnelt Olivia Kleinknechts Werk dem des französischen Provokateurs Michel Houellebecq.“ Ulrike Sarkany, NDR.

„A singularly risky novel by a woman about men in an excentric search for pleasure beyond the usual limits of erotic hedonism.“ Carl Djerassi.

Interview

 

Der Regisseur: die Trilogie:

In der Schublade befindet sich noch Band 2.

Band 3 ist nach einem langjährigen Schlummer in der Schublade nun erhältlich unter dem Titel: Kein Kuss.