Ubi bene ibi patria

Katze lächelnd 2Garfield verschluckt sich beinahe am Morgenkaffee, prustet. „Weisst du, was die neue Politik ist?“ Mich erwischen Spucketröpfchen an der Backe. „Nichtstun! Sie warten, dass sich die Dinge von alleine erledigen.“ „Wer? Was?“ „Merkel tut nichts und lässt die andern die Grenzen schliessen. Obama tut nichts und lässt Syrien auf eine Zwei-Staaten-Lösung zudriften, ein Teil Assad, der andere Teil, wer weiss? Vielleicht werden es auch Teile?“ „So wenig tut Merkel auch wieder nicht. Heute Abend trifft sie den türkischen Premier, die Türkei soll der EU helfen, den Flüchtlingsstrom einzudämmen. Und macht ja bereits einige Zugeständnisse. Und morgen ist der EU-Gipfel.“ „Du glaubst doch nicht im Ernst, dass es da eine europäische Antwort gibt, was die Verteilung der Flüchtlinge auf Mitgliedsstaaten angeht.“ „Uff.“ „Manchmal denke ich, Olivia, das Römische Reich war in Sachen Migrationspolitik dem heutigen Europa überlegen. 212 n. Chr. hat Kaiser Marcus Aurelius Severus Antoninus (genannt Caracalla) per Dekret allen „Fremden“, die im Reich sind, einfach ad hoc das römische Bürgerrecht verliehen.“ „Naja,  oppositionelle Kreise waren damals der Meinung, die Ausdehnung des Bürgerrechts habe vor allem den Zweck gehabt, die Betroffenen verschiedenen Steuern zu unterwerfen, die nur von römischen Bürgern zu bezahlen waren.“ „Trotzdem, er hat’s riskiert. Und die Eingebürgerten kamen auch in den Genuss grosser Vorteile. Die hatten dann den Wahlspruch: Ubi bene ibi patria. Wo es mir gut geht, da ist meine Heimat. Und sie waren Rom treu.“

 

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