Rose’s Welt in der Schublade

In den Schubladen meiner Mutter befinden sich eine Menge unveröffentlichter Manuskripte. Sie kann sie nicht mehr herausgeben. Daher versuche ich, es zu tun. Ich fange an mit dem Schulroman „Frust und Revolte“ (Untertitel: Die Leiden des Lehrers Wolfgang Fink).

Eine kleine Textpassage:

„Mein Herz schlägt fast hörbar, es fühlt sich eingeengt zwischen den Rippen, auf denen nur noch wenig Fleisch sitzt. Ich bin abgemagert seit den vielen Prüfungen, den Zeugniskonventen. Trotz der dauernden Bewegung, in der ich mich befinde, bin ich nicht weitergekommen. Trotz der vielen Übungen und den vielen Neuanfängen komme ich immer wieder zur selben Stelle zurück. Es ist doch, als ob meine Persönlichkeit immer mehr zerfiele, als ob es mich gar nicht mehr gäbe, mich, Wolfgang Fink, und ich nur noch das ausführende Organ einer Behörde, eines Systems sei, das mir seine Anweisungen auf anonymem Weg zukommen lässt.“Skelett vor Schultafel

 

 

 

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