Frust, Revolte und Normalität: Roman

Und hier ein Foto der Autorin, meiner Mama, Jahrgang 1922, im Garten ihrer Eltern. Sie war damals Studentin.

Buchbeschreibung

Es ist ein Roman meiner Mama, den sie nicht mehr selbst herausgeben kann. Die Hauptfigur, Wolfgang Fink, ist Lehrer in den sechziger und siebziger Jahren. Das Chaos in den Klassen macht ihm gewaltig zu schaffen. Er leidet langsam aber sicher an einem typischen Burnout. („Woran liegt es, dass ich mir vorkomme wie ein Uhrwerk, das man zerlegt hat und das dennoch funktionieren soll?„) Nur Burnout gab es damals noch gar nicht. Man galt in so einem Fall nicht als krank. Und auch die älteren Kollegen, die noch durch den Zweiten Weltkrieg traumatisiert waren, ließ man mit ihren Traumen alleine. Gleichzeitig entfremdet Fink sich immer mehr von seiner Frau Ute und Ute von ihm. („Ich selbst könnte nur stockend vorbringen, was mich bedrückt, am allerwenigsten wortreich am Bildschirm vor einem Interviewer. Meine Rede wäre mit Angst durchsetzt, zögernd, farb- und glanzlos und unscheinbar. Ich trage keine Plakate vor mir her, meine Befindlichkeit ist nicht werbewirksam, ich kann nicht demonstrieren für mehr Rechte. Ich teile mich ja niemandem mit und äußere mich höchstens über mein Unterbewusstsein in Form von Angstschreien, die meine Frau bereits aus dem gemeinsamen Schlafzimmer vertrieben haben.„)

Der Roman beruht auf den Erlebnissen meiner Mutter. Sie hat vierzig Jahre an Gymnasien unterrichtet. Ihre Hauptfigur Wolfgang Fink spricht aus, was niemand in der Öffentlichkeit gerne sagen möchte, er entblößt ein System ebenso schonungslos wie sich selbst.

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