Das Maß für Demokratie

Garfield prustet mir beim Frühstück Krümel und Kaffeetröpfchen ins Gesicht, so aufgeregt ist er. „Wusstest du, dass 40 % der Deutschen arm sind?“ „Was meinst du mit „arm“?“, frage ich Garfield und mache ein blödes Gesicht. „40 % der Deutschen haben null Erspartes und gucken im Alter in die Röhre.“ „Woher hast du das?“ „Ha, aus ner tollen Quelle. Das sagt Marcel  Fratzscher. Der Mann ist Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) und Professor für Makroökonomie und Finanzen, hat übrigens wie du in Florenz studiert und auch in Oxford und Harvard.“ „Hm.“ „Ich hatte schon lange den Verdacht, die Deutschen sind arm. Die deutsche Politik hat nicht nur Europa kaputt gespart, sondern auch das eigene Land. Und die Armen werden einfach unter den Teppich gekehrt.“ Ich schlucke. „Sowas sollte man nicht mehr Demokratie nennen.“ „Dann definierst du Demokratie wohl neu?“, nuschle ich, mein Croissant kauend. „Überhaupt nicht. Das Wort Demokratie kommt aus dem Griechischen und bedeutet, so blöd das klingen mag, „Volksherrschaft“. Ein demokratischer Staat darf also nicht die legitimen Interessen großer Gruppen von Bürgern einfach ignorieren. Bei 40 % Armen, und hier werden Interessen eklatant ignoriert, handelt ein Staat nicht mehr im breiten Bürgerinteresse. Für mich ist das keine Demokratie mehr.“ Mir bleibt der Bissen im Hals stecken. Kater dünn

 

 

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